Reutlingen Clowns, Artisten, Zauberer und mehr

Reutlingen / JULIA KUHLMEIER 04.01.2014
Conférencier Klikusch, der die Künstler mit ausgesucht hatte, führte das Publikum mit viel Witz und Charme durch das Programm. Die Besucher dankten ihm und den Akteuren mit zum Teil lang anhaltendem Applaus.

Im beinahe ausverkauften Saal wartete das Publikum gespannt auf die Öffnung des Vorhangs, als Klikusch den Raum betrat und seine Scherze mit den Gästen trieb. Eröffnet wurde das Programm vom Berliner Pianisten und Opernaktivisten Günther Stolarz. "Ich liebe euch alle", schmeichelte er dem Publikum und begann sogleich, seine humorvollen Lieder zu spielen. Dabei erfüllte er mit seiner kraftvollen Stimme, ganz ohne Mikrofon, den gesamten Saal. "Künstlerisch bin ich sehr frei, ich habe keinen Regisseur, der mir meine Pointen, meine Musik schreibt."

Mitten in seinen Musikstücken richtete er oft Fragen an das Publikum wie: "Mit was für einem Milieu habe ich es hier eigentlich zu tun? Essen die Kinder Möhren oder Pommes?" Obwohl er das Publikum so immer wieder in die Show einbezog, erntete er nur vergleichsweise verhaltenen Applaus.

Die Aromatic Company aus der Schweiz begeisterte das Publikum mit außergewöhnlicher Artistik. Jeanine balancierte auf leeren Sektflaschen, während der Saxophonist Caleb den Auftritt musikalisch untermalte. Immer wieder hörte man erstaunte Ausrufe aus dem Publikum, wenn die Artistin sich ihren Weg über die Bühne mit den Glasflaschen baute und teilweise auf nur einer einzigen davon stand, ohne umzufallen. Im zweiten Teil der Show amüsierten sie das Publikum mit einer Kontaktjonglage, bei der sich die beiden einen Ball zwischen sich balancierten, während Caleb weiter Saxophon spielte und Jeanine versuchte, sich von Caleb loszulösen. Das Zusammenspiel zwischen ihr und Caleb war sehr humorvoll und sorgte für viele Lacher und spontanen Applaus des Publikums.

Zauberer "Shorty" nahm sich in seinem Programm selbst am wenigsten ernst, machte viele Witze auf seine Kosten. Nicht jeder Trick wollte so gelingen, wie er ihn zuvor ankündigte, und trotzdem schaffte er es, die Gäste zum Staunen zu bringen. Shorty zauberte Zigaretten aus dem Nichts hervor, obwohl er doch mit dem Rauchen aufhören wollte, er erriet die ausgewählte Karte einer Freiwilligen, präsentierte das gefährlichste Ballon-Tier der Welt und musste wohl so einige Dinge in seinem Magen versteckt haben, die er bei seinem Auftritt wieder zutage förderte. Wie er sowohl sich selbst als auch das Publikum auf die Schippe nahm, brachte ihm viele Lacher ein.

Die drei jungen Artistinnen des Tübinger "Akro-Trio" erhielten mit am meisten Applaus. Die Nachwuchstalente vom Zirkus Zambaioni traten mit Fliegerkappen eine Weltreise auf der Bühne an. Dabei wirbelten und stapelten sich sich wild durcheinander, ohne dabei das Lächeln auf den Lippen zu verlieren. Mit rasanter Geschwindigkeit und erstaunlichen Figuren sorgten sie für viel Begeisterung im Publikum. Und auch die ruhigere Nummer im zweiten Teil der Show, bei der zwei Artistinnen an Seidentüchern unter der Decke turnten, wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt.

Publikumsliebling aber dürfte, der Lautstärke des Applauses nach zu urteilen, "Poppin Hood" gewesen sein. Der mehrfache deutsche und zweifache Weltmeister im Electric Boogaloo bewegte seine Knochen und Muskeln auf scheinbar unmögliche Weise zum Takt der Musik. Dabei verlor er nie den Blickkontakt zum Publikum und behielt stets ein Lächeln auf den Lippen. Bei seiner Performance fiel es schwer zu glauben, dass er genau denselben Knochenbau wie jeder andere Mensch auch hat.

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