Wenige Stunden nachdem bekannt geworden war, dass Pfullingens Bürgermeister Michael Schrenk aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde, traf sich der Gemeinderat zu einer Sitzung - über den Haushalt 2021, nicht etwa zum Thema Schrenk. Eine Stellungnahme seines Stellvertreters Martin Fink zur Personalie gab es dennoch. Er nannte die Situation „beschwerlich“. Auf jeden Fall aber bleibe „die Stadt nach wie vor voll handlungsfähig“, bekräftigte Fink.

Nach Abgang von Michael Schenk: Kein Kommentar von Martin Fink

Sowohl die Kommunalpolitiker wie auch Martin Fink hatten erst aus den Medien erfahren, dass der 50-jährige Schrenk bereits seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr Pfullingens Stadtoberhaupt ist. Das Vorgehen des Landratsamts, zunächst Pressevertreter über seine Entscheidung zu informieren, kommentierte Fink in seiner Stellungnahme nicht, mit der er die Sitzung in den Pfullinger Hallen eröffnete.
Wohl aber hieß es in seiner Überschrift „….zu einer Personalangelegenheit der Stadt Pfullingen…“. Damit zitierte Martin Fink aus der Einladung, mit der Landrat Thomas Reumann und Elke Weiss von der Kommunalaufsicht Ende vergangener Woche zur besagten Pressekonferenz eingeladen hatten. Wie berichtet, waren auch die Rathausmitarbeiter bis zum Dienstag im Unklaren gelassen worden.
Geheimniskrämerei aus „rechtlichen Gründen“, wie es beim Landkreis hieß, hin oder her: Nun hat Pfullingen gleich vier Wahlen im Jahr 2021 zu stemmen – und kommt dabei in Terminschwierigkeiten. Eigentlich müsste im März bereits ein Nachfolger für Michael Schrenk gefunden werden, dessen Amtszeit offiziell am 31. Dezember endete. Doch das werde zeitlich nicht machbar sein.

Pfullinger Bürgermeister: Vier Wahlen im laufenden Jahr 2021

Der UWV-Gemeinderat Martin Fink, der bereits früher schon – und seit Juni 2020 ununterbrochen Schrenk ehrenamtlich vertritt, sprach von einer „ungewohnten Sachlage“ und „umfangreicheren Abklärungen“, die nun in Absprache mit der Kommunalaufsicht vorgenommen werden müssen. Dabei hatte das Landratsamt bereits signalisiert, dass mit Blick auf die Corona-Pandemie die Bürgermeisterwahl auch später stattfinden könne.
Es geht darum, dass auch den Kommunalpolitikern die Zeit gelassen werden soll, selbst die Fühler nach geeigneten Kandidaten auszustrecken. Rechtlich verlangt die Gemeindeordnung eine öffentliche Ausschreibung der Stelle zwei Monate vor dem Wahltag. Dazu gehört auch eine Veröffentlichung im Staatsanzeiger von Baden-Württemberg. Jürgen Herdin