Verkehr Bürgerinitiative: Das Fass läuft über

Der Schwerlastverkehr hat in Lichtenstein laut Bürgerinitiative stark zugenommen.
Der Schwerlastverkehr hat in Lichtenstein laut Bürgerinitiative stark zugenommen. © Foto: Archiv
Lichtenstein / swp 07.12.2018

Nach der Diskussion beim Treffen der Bürgerinitiative „Wir sind Lichtenstein“ am Dienstagabend haben Werner Neubrander und einige andere Vertreter der Initiative einen Brief mit der Forderung, Tempo 30 in ganz Unterhausen und Honau einzuführen, an die Leiterin des Referats Verkehr beim Regierungspräsidium in Tübingen geschickt. „Das Fass läuft über in Lichtenstein“ heißt es in dem Schreiben an Eva Schöpf.  „Wir sind eine Bürgerinitiative, die sich in unserer Gemeinde auf vielen Gebieten engagiert. Eine Reihe von Bürgern hat uns in den letzten Wochen angesprochen, dass der Verkehr in Lichtenstein nicht mehr zumutbar ist, seit die schweren Lastwagen mit Erdaushub von den Stuttgarter Großbaustellen nicht mehr durch Reutlingen fahren dürfen. Die riesigen Sattelzüge fahren jetzt auf der B 312 oder B 313 durch die beiden Tunnel in Reutlingen und Pfullingen und brettern dann bei uns mitten durch den Ort.“

Täglich würden hunderte von schweren LKW durch Lichtenstein auf die Schwäbische Alb fahren. Der Aushub aus den großen Stuttgarter Baustellen und dem Tübinger Tunnel habe gigantische Ausmaße angenommen. Dazu kämen aber noch die LKW, die in den Raum Sigmaringen und bis nach Biberach und Richtung Bodensee fahren würden  mit einer weiteren Million Tonnen Erdaushub. „Seit Reutlingen seine Innenstadt zur LKW-freien Zone erklärt hat, wird Pfullingen mit der Stuhlsteige weniger frequentiert, weil der LKW-Verkehr die beiden Tunnel benutzt und dann in Lichtenstein aufschlägt“, schreibt die Initiative. „Die Leute, die entlang der B 312 in unserer Gemeinde wohnen, halten den Lärm tagsüber in ihren Wohnungen kaum mehr aus. Sie können nachts nicht mehr schlafen und das Überqueren der Hauptstraße und das Einbiegen nach links in die B 312/B 313 ist zur Geduldsprobe für die Anwohner geworden.“

Im Ortsteil Unterhausen gelte bis zur Ortsmitte Tempo 30. Ab dem Ortszentrum könne man tagsüber wieder 50 fahren und rase dann gleich durch Honau und die Honauer Steige hoch mit lärmenden Dieselmotoren im oberen Drehzahlbereich. „Völlig unzumutbar verschlimmert hat sich nun die Situation durch die Schließung der Holzelfinger Steige“, finden Neubrander und Co.  „Wir fordern die sofortige Einführung von Tempo 30 auch tagsüber im oberen Teil von Unterhausen und in Honau. Wir wollen sofort Tempo 30 in ganz Lichtenstein. Wir fordern keine LKW-freie Gemeinde – aber wir wollen wieder in Frieden bei annehmbaren Bedingungen hier wohnen.“ Besonders ärgerlich sei es, dass die Verkehrsbelastung von verschiedenen Seiten kleingeredet werde. „Wir brauchen jetzt Ihre Hilfe und eine unverzügliche Entscheidung, um den Verkehrskollaps in Lichtenstein zu verhindern“, so die Initiative.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel