Nach dem Diesel-Pkw greift die Deutsche Umwelthilfe nun auch die Silvester-Böllerei an: In 31 deutschen Städten fordert sie ein Verbot der privaten Böllerei. Grundlage für die Forderungen sei die Überschreitung des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon vor Jahren empfohlenen Jahresmittelwerts von 20 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter, hieß es. „Die Unmengen an Böllern und Raketen sind gefährlich und gesundheitsschädlich und müssen ein Ende haben“, schreibt die DUH auf ihrer Internetseite.

Unter den 31 Städten ist auch Reutlingen. Auf Nachfrage unserer Zeitung äußert sich nun die Verwaltung zum Thema. „Es ergibt sich in Reutlingen aktuell keinen Handlungsdruck“, heißt es aus dem Rathaus. Die tatsächliche Feinstaubbelastung in des Achalmstadt liege nämlich deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Bei Feinstaub wird unterschieden zwischen PM10 und PM2,5 – also zwischen größeren und kleineren Schwebstaubteilchen. In beiden Kategorien liege man unter den gesetzlichen Grenzwerten, schreibt die Reutlinger Verwaltung: Der gesetzliche PM10-Jahreswert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter – in Reutlingen lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 23 Mikrogramm in der Lederstraße und 16 Mikrogramm in der Pomologie.

Der PM2,5-Jahresgrenzwert liegt bei 25 Mikrogramm. In Reutlingen habe man 2018 in der Lederstraße 13 Mikrogramm erreicht, in der Pomologie werde dieser Wert nicht erfasst, schreibt die Verwaltung. Neben Reutlingen sind unter anderem auch Essen, Esslingen, Heilbronn, Ludwigsburg, München, Frankfurt, Dortmund, Düsseldorf, Oberhausen, Hamburg, Limburg, Bielefeld, Mainz, Stuttgart und Berlin vom Vorschlag der Umwelthilfe betroffen. Die Hamburger Umweltbehörde hält den DUH-Vorstoß für unverhältnismäßig.

Das könnte dich auch interessieren:

Reutlingen/Eningen