Einblicke und Kostproben beim Tag der offenen Tür: Das Reutlinger Naturtheater präsentierte am Sonntag mehrere Theaterführungen und Szenenausschnitte aus den beiden in zwei Wochen Premiere feiernden Freiluftstücken „Anatevka“ und „Shrek“. Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen ließen sich weit mehr als 2000 Interessierte auf einen spannenden Blick hinter die Kulissen ein.

„Wenn ich einmal reich wär ...!“ so beginnen die Tagträume des Milchmanns Tevje (Andreas Pedretti) aus dem kleinen ukrainischen Anatevka Anfang des 20. Jahrhunderts. Und so beginnt auch die halbstündige Präsentation des Szenenausschnitts aus dem aktuellen Hauptstück „Anatevka“.

Doch zunächst schließen sich die Teilnehmer einer Gruppe an, die von Ulrich Heck durch die Katakomben des Theaters geführt wird: Hier wird erklärt, wie es zwischen den Aufführungen in den Werkstätten, der Schneiderei und im winzigen Schminkraum zugeht.

Die Besucher erfahren, wo die Kostüme herkommen und die Perücken angepasst werden und sie dürfen einen Blick in den Schminkraum werfen, in dem Tanja Günter gerade einer Darstellerin das Rouge aufträgt. Spannend sind auch die Backstage-Einblicke in den mit mehreren tausend Teilen vollgestopften Requisiteraum, in dem sich vom uralten Tridem-Fahrrad über eine Ritterrüstung bis zum antiken Schwert, das bereits bei Aufführungen in den 1940er-Jahren benutzt wurde, alles finden lässt.

Schnell geht es noch vorbei an der von Hand betriebenen Drehbühne, denn gleich werden Szenenausschnitte aus dem Erwachsenenstück „Anatevka“ gezeigt. Erstmals sitzen beim diesjährigen Freiluftstück Alexander Reuter zusammen mit Michael Gaedt auf dem Regiestuhl.

Für die kleinen Theaterfans ist ebenfalls gesorgt: Sie können im Freien Filzschnecken und Papiervögel basteln und sich von den Maskenbildnerinnen schminken lassen. Und für kühle Getränke und Leckeres vom Grill ist selbstverständlich auch gesorgt.