Die Polizei war am Samstagnachmittag mit einem größeren Aufgebot in der Innenstadt, Anlass war die Kundgebung des Bündnisses „Gemeinsam & Solidarisch gegen Rechts Reutlingen und Tübingen“. Dieses hatte an der Marienkirche aufgerufen, um unter dem Motto „Gegen rechte Krisenlösungen – für eine gerechte Krisenfinanzierung“ zu demonstrieren.

„Eltern stehen auf“ als größte Impfgegner-Demo der Region

Ein Jahr nach Beginn der Pandemie lasse sich feststellen, dass die Arbeitnehmer in dieser Krise die Hauptlast tragen, während die Reichen und Großfirmen profitierten. So die Meinung des Bündnisses in der Ankündigung der Demo. Während Menschen in die Arbeitslosigkeit abstürzten, von Kurzarbeitergeld leben müssen und schlussendlich eine ordentliche Impfstrategie die einzige wirkliche Pandemiebekämpfung darstellt, kämen in Reutlingen die Impfgegner zusammen.
Unter dem Banner „Eltern stehen auf“ versammle sich hier jeden Samstag die größte Impfgegnerdemo der Region. Teilnehmer interagierten öffentlich mit Gruppen, in denen rechtes bis faschistisches Gedankengut vorherrsche. Diese Gruppierungen seien auf diesen Demos nicht nur geduldeter, sondern akzeptierter und oft tonangebender Teil der vermeintlich bürgerlich geprägten Lichterspaziergänge.

Organisatorinnen des Lichterspaziergang widersprechen

Am Montag haben sich die beiden Organisatorinnen der Lichterspaziergänge mit einer Erklärung gemeldet: „Wir verwehren uns gegen die Vorwürfe des OTFR (Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus) Tübingen in Bezug auf die Aussage, dass es bei uns Platz für Rechtsextremismus hat. Wir distanzieren uns seit Anbeginn von jeglichem Extremismus, sei es rechter oder linker, sowie von jeglicher Form von Gewalt“, schreiben Michelle und Sofia. „Des weiteren wird der Lichterspaziergang von uns, zwei Privatpersonen, organisiert und wir stehen in keinem Zusammenhang mit irgendeiner Initiative.“ Um sich selbst ein Bild zu machen, laden die beiden Organisatorinnen jeden Samstag um 18 Uhr auf den Marktplatz, in Reutlingen, ein.