In den Proberäumen der Musikvereine bleibt es auch nach den Pfingstferien leise. An einen geregelten Betrieb ist durch die Pandemie nicht zu denken, was für die Blasmusikfreunde der Region einen herben Verlust bedeutet. Denn auch Auftritte bei kleinen und großen Festen sowie Konzerte sind nach wie vor nicht möglich. Vermisst werden aber nicht nur die gemeinsamen musikalischen Stunden, sondern auch finanzielle Mittel in der Vereinskasse.

Vereinsfinanzierung überwiegend durch Veranstaltungen

Aus diesem Grund befinden sich Kreisverbandsvorsitzender Helmut Vöhringer und sein Stellvertreter Steffen Haap im regen Austausch mit den Verantwortlichen der 89 organisierten Vereine im Blasmusikkreisverband Neckar-Alb.
Nach Angaben des Vorsitzes speist sich die Grundlage der Vereinsfinanzierung zum größten Teil aus den Veranstaltungen während der Sommermonate. Die Überschüsse dieser Feste werden für die Vereinsaufgaben eingesetzt.  In der Krise sind nun die Kosten von Dirigierenden, Ausbildern und Lehrerschaft für den Musikunterricht ein bedeutsamer Faktor, da Proben überhaupt nicht stattfinden können. Kosten für Räume oder Musikerheime, die derzeit nicht genutzt werden, kommen bei den Vereinsaufwendungen noch hinzu.

Allein im Neckar-Alb Gebiet Defizit von rund 1,5 Millionen Euro

Durch die mangelnden Einnahmen entsteht für diverse Vereine ein beträchtliches Finanzproblem. Diese wiederum haben sich in der Zwischenzeit aus eben diesem Grund mit Rückmeldungen an Helmut Vöhringer und Steffen Haap gewandt: So habe sich mittlerweile ein Gesamtdefizit von knapp 1,5 Millionen Euro im Zeitraum von März bis September ergeben.
Gemeinsam mit den 6200 aktiven Vereinsmitgliedern hofft nun der Verbandsvorstand, dass das Vereinsleben im September wieder aufgenommen werden kann. Die Rückmeldung zur Finanzlücke wurde bereits an den Landesverband nach Stuttgart weitergegeben. Der Stellenwert des Kulturgutes Blasmusik wolle man mit Nachdruck zur Geltung bringen, um für die Vereine auch künftig die notwendige Unterstützung bieten zu können.