Stadtgespräch Carola Eissler zur Bebauung am Schieferbuckel Berechtigte Sorgen

Eissler.
Eissler. © Foto: Kiehl
Carola Eissler 01.12.2018

Von konstruktiver Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft der Anwohner am Schieferbuckel und in der Römerschanze hat die Stadtverwaltung diese Woche in Bezug auf die Bebauung zwischen Schieferstraße und Gellertstraße, Justinus-Kerner-Straße und Sickenhäuser Straße, gesprochen. Einige Gemeinderäte berichteten dagegen von unzufriedenen Bürger, die besorgt in die Zukunft blicken. Denn bei geschätzten 1400 neuen Bewohnern am Schieferbuckel wird zwangsläufig auch der Autoverkehr zunehmen. Das Gebiet solle weitgehend autofrei sein, heißt es seitens der Planer und freilich auch gewisser politischer Akteure, die auch Architektur und Neubebauung unter ideologischen Gesichtspunkten sehen. Doch ist dies alles nicht reichlich naiv und realitätsfern? Ute Beckmann von der WiR-Fraktion hat diesbezüglich ihren gesunden Menschenverstand walten lassen: Fakt sei doch, dass zwei bis drei Autos pro Familienhaushalt heutzutage die Regel seien, bemerkte die Stadträtin.

Genauso ist es. Ja freilich kann man das Wohnquartier autofrei halten, indem man die Parkplätze der Anwohner unterirdisch ausweist. Aber zum einen müssen diese Menschen morgens zur Arbeit und abends wieder zurück, was zu einem erheblichen Verkehrsaufkommen führen dürfte. Und zum anderen hat jeder ein soziales Leben. Wo sollen Besucher parken? Ungeachtet des Aspekts, dass es in vielen Familien eben nicht nur ein Auto gibt.

Es ist ein schöner Traum, dass wir zu Fuß und mit dem Zweirad unterwegs sind und den Großteil unseres Alltags erledigen. Das mag dem einen oder anderen gelingen. Die Mehrheit der Bürger wird weiterhin auf das Auto angewiesen sein, weil eben nicht jeder in Laufentfernung respektive Radentfernung seiner Wohnung den Arbeitsplatz hat. Und: Ein wenig bürgerliche Freiheit sollte man den Menschen schon lassen und dazu gehört die Mobilität. Bislang sind 308 unterirdische Stellplätze für das Neubauquartier im Westen konzipiert sowie 27 Parkplätze im Freien. Dies reicht nicht aus.

Die Befürchtungen der Anwohner sind nicht aus der Luft gegriffen. Denn eines ist sicher: Gibt es im neuen Quartier am gesamten Schieferbuckel, wo ja bereits das „Blue Village hochgezogen wird, nicht genügend Parkplätze, werden die Autos eben in den angrenzenden Gebieten geparkt. Dort ist aber schon jetzt alles voll.

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