Linz/Reutlingen Beifall für die Tonne in Linz

Das integrative Tonne-Ensemble bekam mit der Produktion „Charlie“ Standing Ovations im österreichischen Linz – hier ein Foto von der Gastspielreise.
Das integrative Tonne-Ensemble bekam mit der Produktion „Charlie“ Standing Ovations im österreichischen Linz – hier ein Foto von der Gastspielreise. © Foto: pr/Tonne
Linz/Reutlingen / OTTO PAUL BURKHARDT 01.07.2016
Auswärtsspiel: Das Reutlinger Tonne-Theater gastierte mit dem inklusiven Stück „Charlie“ beim Festival „sicht:wechsel“ – im österreichischen Linz.

Mit 6000 Besuchern war das Festival „sicht:wechsel“ eins der erfolgreichsten in der fast zehnjährigen Geschichte dieses Treffens, in dem es um „integrative Kulturarbeit“ geht. Auch das Reutlinger Tonne-Theater war – wie bereits 2007 – wieder zu diesem renommierten Festival eingeladen, bei dem die großen professionellen inklusiven Theatergruppen wie „RambaZamba“ aus Berlin auftreten, – und zwar mit der Produktion „Charlie – Begegnung mit Chaplin, dem Meister der Komik“. Die Festival-Website würdigt abschließend das Gastspiel mit den Worten: „Das Theater Reutlingen Die Tonne begeisterte mit einer sensibel und fein gearbeiteten Hommage an Charlie Chaplin.“

Der Auftritt in Linz, schreibt Dramaturgin Karen Schultze, war „ein ganz besonderes, nachhaltiges Erlebnis für alle Beteiligten“. Am Donnerstag vorige Woche ging’s los. Da warteten fünf Kleinbusse (von Bruderhausdiakonie, Rappertshofen und Tonne) auf eine bunt gemischte, 28-köpfige Gruppe aus 14 Darstellern, Betreuern, Technikern und Musikern. Mit Bühnenbild, Kostümen und Requisiten machte sich die kleine Theater-Karawane, nachdem das Gepäck verstaut und die E-Rollstühle vertäut waren, auf die Reise.

Zirka sieben Stunden später traf man sich am Zielort Linz wieder. Eine Gruppe schnupperte sogleich am Linzer Landestheater erste Festivalluft. Tags darauf am Nachmittag ging das Ensemble im angenehm klimatisierten Ursulinensaal das ganze Stück durch, unter Berücksichtigung der räumlich bedingten Veränderungen. Der Flügel etwa, dort ein  gigantisch langes Vier-Meter-Instrument, veränderte viele Wege und Arrangements, die neu festgelegt werden mussten. Bis kurz vor Vorstellungsbeginn fanden noch Kostüm-, Technikproben und weitere Feinabstimmungen statt – um 19.30 Uhr war Vorstellung.

„Und dann“, berichtet Karen Schultze, „zeigte die Gruppe wirklich, was in ihr steckt, was der jahrelange Unterricht an Professionalität und Sicherheit gebracht hat: vom begeisterten Szenenapplaus und vielen Lachern beflügelt, rissen sie sich gegenseitig mit zu einer trotz der erschwerten Bedingungen sehr sehenswerten Vorstellung. Das 180-köpfige Publikum war von der Präsentation restlos begeistert und dankte es dem Ensemble mit lang anhaltendem, überschwänglichem Applaus und Standing Ovations.“ Am Samstag schließlich ging es „glücklich, zufrieden und voll der neuen Erfahrungen“ nach Reutlingen zurück, wo es heftig schüttete. Doch das konnte die Freude der Beteiligten über das zurückliegende, erfolgreiche Gastspiel in Linz nicht trüben.

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