Betzingen Bei dieser Übung musste richtig gelöscht werden

Es sieht schlimmer aus als es ist: Die vereinigten Jugendfeuerwehren aus dem Stadtgebiet übten mit dem Nachwuchs des Deutschen Roten Kreuzes am Samstag einen schweren Betriebsunfall im Industriegebiet Mark West. Foto: Jan Zawadil
Es sieht schlimmer aus als es ist: Die vereinigten Jugendfeuerwehren aus dem Stadtgebiet übten mit dem Nachwuchs des Deutschen Roten Kreuzes am Samstag einen schweren Betriebsunfall im Industriegebiet Mark West. Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 01.10.2012
Auf dem Gelände des Strickmaschinen-Herstellers Stoll ging es am Samstag rund. Doch kein Großbrand hatte die Vielzahl an Feuerwehrfahrzeugen auf den Plan gerufen, die Jugendfeuerwehr übte den Ernstfall.

Es war ein Aufsehen erregender Großeinsatz am Samstagnachmittag im Industriegebiet Mark West. Doch glücklicherweise war es kein echter Brand, auch wenn der Rauch, der an allen Ecken des Fabrikgebäudes des Strickmaschinenherstellers Stoll aufstieg, zunächst Schlimmes befürchten ließ.

Vielmehr und glücklicherweise übten nur alle Jugendfeuerwehrleute der Reutlinger Abteilungen sowie das Jugendrotkreuz den Ernstfall. Und der sah ein überdimensionales Schreckensszenario vor. Nicht nur, dass im ersten Abschnitt ein Chemieunfall samt auslaufendem Gefahrenstoff und zwei verletzten Personen zu bewältigen war. Es ging auch darum, einen Brand auf dem Gebäudedach zu bekämpfen und von dort eine weitere Verletzte aus der Gefahrenzone in Sicherheit zu bringen.

Weil die Jugendabteilungen sowie der DRK-Nachwuchs mit 120 Einsatzkräften vertreten waren, und die ganz große Übung nur alle zwei Jahre und am Samstag zum erst dritten Mal über die Bühne ging, war das trotzdem noch nicht alles, was die Regie den jugendlichen Akteuren abverlangte. Vielmehr mussten zudem zwei vermeintlich Verletzte aus der Fertigung sowie aus einem Umkleideraum geborgen werden und hier ebenfalls das Feuer gelöscht werden. Und als Krönung musste noch einem echten Feuer im Brandcontainer der Garaus gemacht werden.

Dass da alles geordnet und sachlich ablief, freute trotzdem nicht nur die Verantwortlichen der Feuerwehr. Vor allem den Eltern war anzusehen, wie stolz sie auf ihren Nachwuchs waren, weshalb ein Erinnerungsfoto nach dem anderen geknipst wurde.

Welch wertvolle Arbeit darüber hinaus bei der Jugendfeuerwehr geleistet wird, bestätigte Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Bleher. Angesichts von 120 Übungsteilnehmern, von denen rund 100 von den Feuerwehrabteilungen gewesen seien, sei er mit der Zahl des Nachwuchses zufrieden, auch wenn es letztlich immer mehr sein könnten.

Unzufrieden will Bleher trotzdem gar nicht sein. Vielmehr würde die Sollstärke von zehn Jugendlichen in jeder Abteilung erreicht. Wobei die eine Abteilung mal drüber, die andere mal drunter liegen würde. Einziges Sorgenkind sei hingegen Bronnweiler. Dass es hier aber keine Nachwuchswehr gebe, liege schlicht an der Größe des Stadtteils.