Reutlingen Begegnung und Austausch

Bei der Übergabe (von links): Gregor Völker (Bürgerstiftung), Hans-Anton Maier (pro juventa), Ursel Riehle, Bernd Braun (beide Bürgerstiftung) und die BIG-Mitarbeiterinnen Beate Schäffer, Gouriche Merien und Birgit Ehinger.
Bei der Übergabe (von links): Gregor Völker (Bürgerstiftung), Hans-Anton Maier (pro juventa), Ursel Riehle, Bernd Braun (beide Bürgerstiftung) und die BIG-Mitarbeiterinnen Beate Schäffer, Gouriche Merien und Birgit Ehinger. © Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / JÜRGEN SPIESS 13.07.2016
Die Bürgerstiftung Reutlingen hat BIG, das Beratungs- und Kursangebot für Frauen und Mädchen von pro juventa,  mit 5000 Euro unterstützt.

„Wegen der geringen Zinseinnahmen haben wir leider nicht mehr so viel zu verteilen wie in den letzten Jahren“, sagt Dr. Hans Hammann, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Reutlingen, deren Stiftungskapital ausschließlich aus Zuwendungen Reutlinger Bürger besteht und die seit 2006 rund 265?000 Euro ausgeschüttet hat.

Das pro-juventa-Projekt BIG kann sich dennoch freuen, denn von den knapp 14 000 Euro, die die Bürgerstiftung im ersten Halbjahr 2016 gespendet hat, bekommt BIG „den größten Batzen“: „Wir können die Zuwendung gut gebrauchen und werden sie für die Ausweitung unseres Angebots verwenden“, strahlt Beate Schäffer, neben Birgit Ehinger hauptamtliche Mitarbeiterin des vor dreieinhalb Jahren ins Leben gerufenen Projekts. Dieses hat zum Ziel, einen Ort in einem geschützten Rahmen  bereitzustellen, an dem sich Frauen treffen können, um über gesunde Ernährung, Selbsthilfe-Strategien oder auch negative Erfahrungen in Form von sexuellen Übergriffen zu reden, um gemeinsam Yoga- und Entspannungskurse zu besuchen oder Zumba zu tanzen.

„Wir erreichen derzeit rund 150 Frauen, die die Angebote nutzen“, erläutert Beate Schäffer, „dabei geht es uns vor allem um Begegnung und Austausch“ ergänzt Birgit Ehinger. Angesprochen fühlen dürfen sich Frauen und Mädchen ab 16 Jahren unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund. Eingeladen sind aber auch Frauen, die in schwierigen sozialen Lebensverhältnissen leben, da sie weniger Möglichkeiten haben, sich kostengünstig um ihre Gesundheit zu sorgen, sich zu informieren oder einfach mal abzuschalten. Die Idee, ein Gesundheits- und Integrationsprojekt zu gründen, kam den pro-juventa-Mitarbeiterinnen im Rahmen des offenen Müttertreffs, den sie seit Jahren einmal im Monat für die Mütter der Tagesgruppen im Wiesprojekt anbieten.

Hier wurde stets der Wunsch geäußert, speziell für Frauen Angebote in den Bereichen Sport und Ernährung bereitzustellen. So startete die gemeinnützige Jugendhilfegesellschaft pro juventa 2010 ein zeitlich begrenztes und vom Projekt „Stärke“ gefördertes Angebot mit wöchentlichen Treffen. Die Nachfrage war so groß, dass im Februar 2013 in den pro-juventas-Räumen in der Wiesstraße 7 ein eigenes, unabhängiges Projekt ins Leben gerufen wurde.

Auch Migrantinnen nehmen die Angebote des BIG-Projekts zunehmend in Anspruch, sei es nun im offenen Frauentreff, dem internationalen Frauenfrühstück oder den Yoga-, Bauchtanz-, Massage- und Zumbakursen. Gouriche Merien aus Marokko konnte sogar ihr Anerkennungsjahr als Erzieherin innerhalb des Projekts absolvieren.

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