Gemeinde Barrierefreiheit in Räumen und Köpfen

Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum (rechts) freut sich über die Projekte, die in den Räumen des Bürgerbüros künftig noch angestoßen werden.
Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum (rechts) freut sich über die Projekte, die in den Räumen des Bürgerbüros künftig noch angestoßen werden. © Foto: Jürgen Herdin
Lichtenstein / Jürgen Herdin 24.02.2018

Auch das ist eine Form der Inklusion: Gemeinde, Landratsamt und pro juventa sind jetzt im Bürgerbüro/Bürgertreff im ehemaligen Gebäude der Post gemeinsam versammelt – barrierefrei erreichbar und bald auch mit einem Tor, das im Norden zum Rathausplatz hin aufgemacht wird. Am Donnerstagnachmittag wurden die 240 Quadratmeter großen Räume der Bevölkerung vorgestellt.

Nun ist es endlich soweit: Nach einer längeren Planungs- und Umbauphase und zwischenzeitlich erfolgtem Umzug in die neu gestalteten Räumlichkeiten lud die Gemeindeverwaltung zur Besichtigung samt Kaffee und Kuchen ein. Das neue Bürgerbüro, wo fortan über zwei Drittel aller Anliegen der Lichtensteiner erledigt werden können, liegt gleich rechts der – selbsttätig öffnenden ­– Eingangstüre im südlichen Gebäudetrakt. Eine Behinderten-Toilette gibt es auch. Ein Elterncafé kann dort entstehen – und eine Küche gibt es auch. Das gefällt auch dem Ortsseniorenrat um Friedlinde Bertsch. Deren traditioneller Mittagstisch kann fortan im „Bürgerkomplex“ stattfinden, in einer hellen und luftigen Umgebung. Und weil die Kommune auf einem guten Weg zur „inklusiven Gemeinde“ ist, gehört selbstverständlich ein barrierefreier Zugang zu dieser Einrichtung. Bürgerbüro, Bürgertreff, Familientreff – und ein  großer Versammlungsraum mit Spielecke für Kinder. 

Der umfangreiche und komplette Umbau des Erdgeschosses der ehemaligen Post, die ist jetzt in Engstingen, kostete rund 240 000 Euro. Die Gemeinde hat 80 000 Euro beigesteuert, residiert dort aber zur Miete, was monatlich mit 1850 Euro zu Buche schlägt. Bürgermeister Peter Nußbaum erläuterte den Besuchern gestern, weshalb dies eine sehr gute Investition sei. „Zeitgemäß, ansprechend“ und sehr zentral gelegen sei diese Immobilie, die auch für jede Menge Entlastung  des Rathauses sorge. Das sehr publikumsintensive Bürgerbüro – für fast alle Dienstleistungen – ist jetzt im Postgebäude. Dort wurde auch ein Besprechungszimmer eingerichtet, das sowohl die Rentenberatung wie auch die Klimaschutzagentur für Beratungsstunden nutzen können. Sozialraumorientierte Projekte werden Platz finden, die neue Schrauberwerkstatt – und die Stellplätze für Besucher mit Auto werden demnächst als solche ausgewiesen.

„Wir wollen den Rathausplatz beleben“, das haben Nußbaum und die Bevölkerung schon lange im Auge. Der Durchbruch in Form einer behindertengerechten Pforte hin zum Platz samt Brunnen kommt demnächst.

Gemeinde, Kreis und Freie Träger unter einem Dach in vertrauensvollem Zusammenwirken: „Da haben wir schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“, sagte Nußbaum nicht ohne Stolz, bevor er die Gäste zu einem Rundgang einlud.

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