Flüchtlinge BAMF macht Eninger Außenstelle dicht

Das BAMF (hier die Zentrale in Nürnberg) hat entschieden, zum Jahresende die Außenstelle in Eningen zu schließen.
Das BAMF (hier die Zentrale in Nürnberg) hat entschieden, zum Jahresende die Außenstelle in Eningen zu schließen. © Foto: dpa
Eningen/Reutlingen / . Ralph Bausinger 23.08.2018

Die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlingsfragen (BAMF), seine Außenstelle in der Eninger Arbachtalstraße Ende des Jahres zu schließen, ist wohl schon im April gefallen Richtig bekannt wurde sie jedoch erst gestern Nachmittag durch eine Mitteilung von Jessica Tatti. Die Reutlinger Abgeordnete der Linken hatte sich in einer schriftlichen Anfrage an die Bundesregierung gewandt, um sich nach den Gründen der Schließung und den Umgang mit den Beschäftigten zu erkundigen. Schließlich sind von der Entscheidung knapp 40 Vollzeitstellen betroffen. Unklar ist bislang, auf wie viele Mitarbeiter sich diese Stellen verteilen.

„Angesichts der aktuell rückläufigen Asylbewerberzahlen müssen sowohl die Länder als auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ihre Standorte konsolidieren und an die veränderte Situation anpassen. Dies führt in Einzelfällen auch dazu, dass an einigen Standorten nicht festgehalten werden kann“, erklärte gestern Christoph Dieter von der Pressestelle der  Nürnberger Behörde auf Nachfrage. Das Land Baden-Württemberg habe dem Bundesamt mitgeteilt, dass es neben dem Ankunftszentrum Heidelberg in Zukunft mit den Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Karlsruhe, Freiburg, Ellwangen und Sigmaringen plane. „Dementsprechend hat das Bundesamt entschieden, seinen Standort in Reutlingen/Eningen zum 31.Dezember 2018 zu schließen“, teilte das BAMF gestern mit.

Was die Mitarbeiter angehe, könne, so Dieter weiter, bei einem Großteil der Beschäftigten aus Reutlingen der erste Standortwunsch realisiert werden. Soweit dies nicht möglich sei, werde auf einen vom Beschäftigten angegebenen weiteren Standortwunsch ausgewichen.

Eine Antwort, die Jessica Tatti nicht zufriedenstellt – insbesondere, nachdem sie mit Mitgliedern des Personalrats gesprochen hat. „Die Bundesregierung ist aber nicht willens zu beantworten, was ihre eigene Formulierung ‚sozialverträgliche Lösung im Einvernehmen mit den Beschäftigten und der Personalvertretung’ bedeutet“, schreibt die Abgeordnete.

Eine Informationsveranstaltung, bei der den Beschäftigten die Schließung mitgeteilt und nach dem künftigen Wunscharbeitsort gefragt werde, erfülle dieses Kriterium nicht, betont die Bundestagsabgeordnete der Linken. (Bericht folgt in der Samstagsausgabe)

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