Reutlingen / swp  Uhr

Der Bahnhof Reutlingen gehöre „zum Kernportfolio und steht grundsätzlich nicht zum Verkauf“, so die Antwort der Deutschen Bahn auf eine entsprechende Anfrage der Stadt, angeregt durch einen Antrag der SPD-Fraktion. Weiter heißt es bei der Bahn: „Gerne würden wir aber zusammen mit Ihnen über Möglichkeiten einer gemeinsamen Entwicklung des Bahnhofs und dessen Umfeld sprechen. Derzeit befinden wir uns mit zahlreichen Städten und dem Landes-Verkehrsministerium zu ähnlich gelagerten Fällen in Abstimmung.“

Der Kauf des Hauptbahnhofs durch die Stadt ist eines der Hauptthemen der SPD im derzeitigen Kommunalwahlkampf. Die entsprechenden Plakate der SPD sind auch darauf ausgerichtet. Dieses Thema fällt jetzt wohl weg. Derweil hatte die Deutsche Bahn vor einigen Tagen verlauten lassen, sie wolle das Reisezentrum am Hauptbahnhof modernisieren. Die Bautätigkeit dauert von Donnerstag, 30. Mai, bis Freitag, 7. Juni. Der Service für mobilitätseingeschränkte Kunden werde wesentlich verbessert. Zwei Schalter werden mit höhenverstellbarer Kundentischplatte zum Beispiel für Rollstühle sowie mit induktiver Hörschleife für Hörgeschädigte barrierefrei ausgestattet. Deshalb ist das DB Reisezentrum am Freitag, 31. Mai, geschlossen. Von Samstag, 1., bis Freitag, 7. Juni, findet während des Umbaus der Verkauf zu den regulären Öffnungszeiten an einem Provisorium im Reisezentrum statt.

Als Ergänzung des Serviceangebots wird ein Video-Reisezentrum eingerichtet, das parallel zum personenbedienten Verkauf am Schalter genutzt werden könne. Die Berater im Video-Reisezentrum sitzen in der Zentrale in Ludwigsburg. Per Knopfdruck meldet sich der Kunde in der Ludwigsburger Zentrale an. Der Reiseberater schaltet sich auf, so dass Kunde und Reiseberater nun über Webcam und Sprachverbindung miteinander verbunden sind. Auf dem zweiten Bildschirm verfolgt der Kunde die Arbeitsschritte des Reiseberaters, wie zum Beispiel die Suche nach einer Verbindung oder einem günstigen Fahrpreis. Um an seine Fahrkarte zu kommen, muss der Kunde nur noch am Fahrkartenautomaten mit Bargeld, EC- oder Kreditkarte bezahlen.

Die Stadtverwaltung will jetzt, wie sie im Finanzausschuss mitteilte, das Gespräch mit der Deutschen Bahn zur Entwicklung und Verbesserung des Hauptbahnhofs führen.