NATURTHEATER Backstage-Einsichten locken 2000

© Foto: Jürgen Herdin
07.06.2015
Rund 14.000 Karten sind bereits verkauft, was Vorstand Rainer Kurze schon sehr freut.

Rund 14.000 Karten sind bereits verkauft, was Vorstand Rainer Kurze ebenso freute wie der Umstand, dass gestern zum Tag der offenen Tür über 100 Aktive des Naturtheaters für ein tolles Erlebnis sorgten.

Schon zur Eröffnung standen die Leute Schlange an den Kassen, um sich Tickets für „Don Camillo und Peppone“ und das Kinderstück „Das Sams“ zu sichern. Wobei ein Glücksrad vielen Leuten einen 50-prozentigen Rabatt einbrachte. Und stimmungsvoll laut war es gestern im Naturtheater im Markwasen auch. Eine Lok mit Rasenmähermotor fuhr jede Menge – zuvor geschminkte – Kinder über den Platz, weiter hinten gab’s flotte Musik vom Musikverein Stadtkapelle unter der Leitung von Jakob Maria Guizetti. Dazwischen waren tolle Pop-Songs, dargeboten von der Solistin Verena Möschle, zu hören.

Und ein wenig später machte das Naturtheater Appetit auf das Programm, das am 20. Juni beginnt. Bei Don Camillo und Peppone wird’s jede Menge Zoff und skurrile Situationskomik geben, kleine Ausschnitte waren bereits gestern zu sehen. Der musikalische Leiter Mikael Bagratuni hat dafür gesorgt, dass auf der Bühne – zwischen Gotteshaus und Trattoria – das Arbeiterkampflied „Bella ciao“ und ein Kirchenlied gleichzeitig intoniert werden. „Das wird irgendwie eine Harmonie in der Disharmonie“, so Bagratuni. Das macht Lust auf Mehr.

An einem der gut belagerten Tische draußen sorgten Mara, Manuela, Timon und Heinrich von der Jugend dafür, dass Kinder jede Menge Spaß daran hatten, sich eine „Sams“-Nase zu basteln. Auch konnten sie den Hauptdarsteller so naturgetreu wie möglich malen. „Das Sams“ hat viele blaue Punkte um seine Schweinenase, ist rotzfrech und hat rote Haare. Und jedes Mal, wenn sich der kleine Spießer „Herr Taschenbier“ etwas wünscht, wird dieser Wunsch von Sams auch erfüllt. Aber ein Wunschpunkt verschwindet auch. Spannung ist da ebenso programmiert wie bei dem „Gesellschaftsdrama“ zwischen Klerus und kommunistisch regiertem Rathaus in Italien. Der Auftakt ist am 20. Juni. Für Rainer Kurze ist so ein Tag der offenen Tür immens wichtig. Backstage-Besuche sind angesagt, früher hätte man „hinter den Kulissen“ gesagt. Ob Schminkraum oder die Requisite: Seit 2008 können sich die Besucher dort umschauen. „Auf diese Weise kommen viele Leute in Kontakt mit dem Naturtheater, obwohl sie vorher noch nie da waren“, so Kurze. Vor allem aber Kinder und junge Leute, die mitmachen wollen. „Nachwuchsprobleme haben wir keine“.