Für den Umbau des Französischen Viertels hat Tübingen den Sonderpreis 2020 „Städtebau revisited“ erhalten, den die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung zum 40-jährigen Bestehen des Deutschen Städtebaupreises vergeben hat. Bei der Preisverleihung am Freitagabend, die im Livestream aus der Berliner Akademie der Künste übertragen wurde, haben der damalige Leiter des Tübinger Stadtsanierungsamtes Andreas Feldtkeller, die damalige Erste Bürgermeisterin Gabriele Steffen sowie die Architekten von „Lehen drei“ die Auszeichnung virtuell entgegengenommen.
„Diesen Preis haben viele gewonnen: die Pioniere des Projekts genauso wie die vielen Baugemeinschaften, Akteure und Architekten der Südstadt“, sagt Cord Soehlke. Der Tübinger Baubürgermeister hatte die Preisverleihung moderiert. „Städtebau revisited: Preise – Praxis – Perspektiven“ war das Thema des Sonderpreises, für den insgesamt 58 Preisträger-Projekte aus den Jahren 1980 bis 2010 erneut begutachtet wurden. „Es ist toll, dass wir als eher kleinere Stadt diesen großen Preis erhalten haben. Besonders freut mich die Einschätzung der Jury, dass aus einem innovativen Experiment ein tragfähiges und lebendiges Beispiel geworden ist“, sagt Soehlke.
Das Französische Viertel wurde 2001 mit dem Deutschen Städtebaupreis prämiert. Wo früher Kasernen standen, plante und erschloss die Stadt ein Baugebiet für Baugemeinschaften, die Wohn- und Gewerbeflächen für sich und andere schufen und dem neuen Stadtviertel dadurch einen eigenen Charakter gaben. Damit war das Französische Viertel das Pionierprojekt für das Tübinger Modell der Baugemeinschaften, das bundesweit viele Nachahmer fand.
Der Deutsche Städtebaupreis dient seit 40 Jahren der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung ausgelobt und von der Wüstenrot Stiftung gefördert.