Alles begann damit, als Sophie bei einem Workshop des Kultusministeriums zur Schülermentorin in Sachen Natur- und Umweltschutz ausgebildet wurde, erklärt Alette Metz, Lehrerin am Isolde-Kurz-Gymnasium (IKG). Sophie geht in die achte Klasse und ist heute, zusammen mit Frederike, Leiterin des Arbeitskreises Klimaschutz an ihrer Schule. Im November vergangenen Jahres fuhr die 13-jährige Sophie zu einer viertägigen Ausbildung nach Friedrichshafen, wo sie das nötige Rüstzeug bekam, um als Schülermentorin in Reutlingen für die Umwelt tätig zu werden.

Die insgesamt sechs Mitglieder des Arbeitskreises, alle Schüler der achten Klassenstufe, sensibilisierten ihre Mitschüler während der Energie-Rallye auf Themen wie den Treibhauseffekt, energiesparendes Lüften oder Stromfresser im Schulgebäude. Dafür gestalteten sie Fachvorträge und Experimente, für die Sophie Anregungen vom Workshop mitbrachte. Was beim Treibhauseffekt passiert, erfuhren die Fünftklässler, als sie sich alle zusammen unter eine große Plane stellten und die Temperatur darunter ansteigen ließen, die dann weit oberhalb der Außentemperatur im Klassenzimmer lag.

Wie wichtig eine gute Gebäudeisolierung ist, um Heizkosten zu sparen, veranschaulichten die Mentoren bei einem weiteren Experiment. Hierfür füllten sie heißes Wasser in mehrere Flaschen ab und maßen die Temperatur. Daraufhin wurden die Flaschen mit verschiedenen Isolationsmaterialien eingepackt: ein Schal, Alufolie, eine Jacke, ein Schulranzen und Mister X.

Eine Flasche wurde außerdem überhaupt nicht isoliert. Nach einer Stunde maßen die Schüler die Temperatur wieder - und als beste Isolierung stellte sich tatsächlich der Schal heraus. Die Schüler waren erstaunt, wie viel Wärme und Energie verloren gehen kann, wenn keine oder nur eine schlechte Isolierung vorhanden ist.

Sophie, Rebecca und Amira - zwei weitere AK-Mitglieder - haben den Umweltschutz und das Energiesparen schon so verinnerlicht, dass sie auch zu Hause darauf achten, dass nirgends unnötigerweise eine Glühbirne brennt oder die Heizung läuft. Alette Metz, die den AK betreut, forderte nach Abschluss der Aktion die Fünftklässler auf, das Erlernte auch den Eltern beizubringen, denn, so die Chemie-Lehrerin: "Da freut sich nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt." Denn das IKG kooperiert auch mit der Stadt Reutlingen, wonach die Schule 45 Prozent der eingesparten Energiekosten an Geld wieder zurückbekommt.

Das Projekt soll bald in die nächste Runde gehen. Und so werden die AKler das richtige Energiesparen und den Klimaschutz auch den Sechstklässlern des IKG erklären. Es sollen nämlich möglichst alle Schüler am IKG etwas für den Klimaschutz machen, denn das sei immer besser, um mehr zu erzielen, erklärt Sophie, wie wenn nur wenige aktiv seien. Außerdem werden Manuel und Frederike bald einen Workshop besuchen, um sich zum Schülermentor ausbilden zu lassen. Im Übrigen sind alle Mitglieder des Arbeitskreises freiwillig mit von der Partie, denn die klassischen Schulnoten gibt es für das Engagement um den Klimaschutz nicht.