Akrobatisch anspruchsvoller Marschtanz und höchst kreativer und farbenschillernder Showtanz waren am Freitagabend angesagt. Die Rot-Weiße Tanzgarde vom Musikverein Unterhausen (MVU) hatte zu ihrem zehnten Marsch- und Showtanzwettbewerb eingeladen und neun Tanzgarden aus der Region und dem Zollernalbkreis waren angetreten.

Eine volle Halle

„Neben so vielen Teilnehmern auch noch eine volle Halle, was will man mehr“, sagte Mitorganisatorin Alwina Schleinin freudig. Rund eine halbe Stunde nach Mitternacht erschallte dann der ohrenbetäubende Jubel der Sieger in der Lichtensteinhalle. Die Rittergarde aus Sonnenbühl hatte sich den Sieg in der Kategorie Marschtanz geholt, bei den Showtänzen gab es für das geheimnisvolle, mystische und golden glitzernde „Colourful India – Das Fest der Götter“ der Trochtelfinger Prinzengarde den ersten Platz.

Vier Stunden lang hatten die fünf Juroren – ehemalige Gardisten oder aktuelle Trainer – ganz genau hingeschaut. Etwa beim Marschtanz, in Fachkreisen auch Königsdisziplin genannt: Weil nicht nur enorme Ausdauer, sondern vor allem unglaublich viel Koordinationsvermögen der Tänzer gefragt ist, um exakte Linien, schwierige Schrittfolgen und synchrone Bewegungen mit einem strahlenden Lachen im Gesicht zeigen zu können. Zudem war Akrobatik in Form von Rädchen und Sprung- oder Stehspagaten höchst schwieriger Bestandteil dieser Kategorie. Hinter der Sonnenbühler Rittergarde landete die Weiße Garde der Betzinger Krautskräga auf dem zweiten Platz, Dritte wurden die Mädels der Roten Garde aus Betzingen. Für die Gruppen aus Trochtelfingen, Großengstingen, Stetten unter Holstein und Inneringen gab es in dieser Kategorie keinen Preis.

Auch ein Hip-Hop-Tanz

In der Pause zeigte die Tanzgruppe „Independent Steps“, mehrfacher Meister im Videoclip-Showdance, eine schwungvolle Hip-Hop-Tanzeinlage, auch die Kindergarde der Gastgeber zeigte ihr Können. „Eine große Garde haben wir derzeit leider nicht“, erklärte Mitorganisatorin Schleinin bedauernd. Zwar wäre der Kinder- und Jugendbereich nicht schlecht aufgestellt: „Aber bis die bei den Großen tanzen können, dauert es einfach noch ein Weilchen.“

Weder den Preisrichtern noch den Zuschauern wurde es dann bei der Gattung Showtänze langweilig, denn die Tänze faszinierten allesamt mit originellen Kostümen, kreativen Choreografien, anspruchsvollen Schrittfolgen und zum Motto passender Musik. Auch die gezeigte Akrobatik hielt so manchen Aha-Effekt bereit, weil die Tänzer (darunter auch wenige Männer) manchmal bis direkt unter die Bühnendecke gehievt wurden, sodass die Köpfe nicht mehr zu sehen waren. Betzinger „Smombies“ etwa, eifrige Nutzer von Smartphones, konnten kaum den Blick von ihren riesigen Handys lassen, die Rauchkatzen aus Stetten unter Holstein führten das Auditorium ins „Dschungelbuch“.

Bunte Puzzle-Teilchen der Hurra-Garde aus Großengstingen ergaben am Ende ein großes Ganzes, die Tanzgarde Haigerloch-Hart lud zum „Paintball“ spielen ein. Die Sonnenbühler Rittergarde hatte sich das anspruchsvolle Thema „Tribute von Panem – Kampf ums Überleben“ – analog zu den Kinofilmen gleichen Namens – ausgesucht, dennoch erreichte auch diese Darbietung am Ende nicht das Siegerpodest.

Den dritten Platz im Showtanz holte sich die Tanzgarde Inneringen mit ihrem höchst aktuellen Thema „Gefangen im Eis“, Zweiter wurde die Prinzengarde der Narrenzunft Salzschlecker Stetten-Haigerloch mit dem Thema „Ludwig ist bereit ein Ritter zu werden“.