Pfullingen Auf den Spuren von Eduard Lucas

SWP 12.05.2015
Zwei Dutzend Teilnehmer begrüßten Wanderführer Karl-Heinz Weng und Manfred Rothenbacher zur Tour auf die Härten am Parkplatz Schlossschule.

Die Wandergemeinschaft der Senioren begab sich bei herrlichstem Frühlingswetter auf den Weg in Richtung Friedhof Mähringen auf den Härten, dem Beginn des Eduard-Lucas-Weges. Vorbei am Ehrenbach gelangten die Teilnehmer zum Naturdenkmal "Linde" beim Friedhof.

Dort stellte Heinz Weng Eduard Lucas vor, der den meisten Wanderern unbekannt war. Lucas wurde 1816 in Erfurt geboren und starb mit nur 66 Jahren im Jahre 1882. Seine Grabstätte mit Obelisk befindet sich auf dem Friedhof "Unter den Linden" in Reutlingen. Lucas durchlief viele Stationen in Deutschland: Frankfurt/Oder, Greifswald, München (Botanischer Garten), Hohenheim (Landwirtschaftliche Akademie). Und er gründete 1860 das Pomologische Institut in Reutlingen. Der Begriff "Pomologie" kommt von "pomum", das Obstfrucht bedeutet, und Pomologie ist somit die Lehre von Obstbäumen und Obststräuchern.

1856 erwarb der Landwirtschaftliche Bezirksverein Tübingen einen Obstgarten in Mähringen. 1861 entstand hier ein Obstmuttergarten. Diese Begrifflichkeit erklärte Weng den staunenden Mitwanderern, unter anderem ergänzend ein Hinweis auf die Knausbirne, auch Pfullinger Birne genannt, die häufigste Birnensorte in Württemberg.

Man begab sich nun auf den Lucasweg, den einige Info-Tafeln säumen. Rechts des Weges erstrecken sich die Streuobstwiesen des Schammberges. Einige betagte Wanderer begaben sich mit Gehbeschwerden vorzeitig auf den verkürzten Rückweg. Das Botanisieren bei den Frühblühern kam nicht zu kurz, ebenso ornithologische Hinweise zur Vogelwelt.

Nach Ersteigen des Schammberges zeigten bei einige Wanderer Ermüdungserscheinungen, die aber durch einen tollen Ausblick auf die "Blaue Wand" und eine herrliche Weitsicht von der Achalm bis zum Hohenzollern belohnt wurde. Glücklich und zufrieden erreichte die Wanderschar das "Sportheim Reinenberg". Überrascht von den schönen Räumlichkeiten und der guten Bewirtung ging ein wunderschöner Seniorenwandertag zu Ende.