Wirtschaft Auf dem Weg zum Büro der Zukunft

Der Vorstand der Reutlinger Morgenstern AG mit (von links) Erhard Wezel, dem Vorsitzenden Robin Morgenstern und seinem Bruder Thomas Morgenstern hat jetzt eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres gezogen.
Der Vorstand der Reutlinger Morgenstern AG mit (von links) Erhard Wezel, dem Vorsitzenden Robin Morgenstern und seinem Bruder Thomas Morgenstern hat jetzt eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres gezogen. © Foto: Foto. Ralph Bausinger
Reutlingen / Von Ralph Bausinger 01.09.2018

Wir begleiten unsere Kunden in die Welt der Digitalisierung“, sagte Robin Morgenstern, Vorstandsvorsitzender der Morgenstern-Gruppe im Pressegespräch am Donnerstag. Gemeinsam mit den Kunden werde versucht, Geschäftsprozesse, die bislang noch über Papier laufen, zu digitalisieren, wenn es denn Sinn mache. Ziel sei dabei, grundlegende Prozesse möglichst wenig zu verändern. Jede Lösung ist dabei individuell. „So wachsen wir gemeinsam mit unseren Kunden in die digitale Welt hinein“, erläuterte der 41-jährige Vorstandschef.

Dass sich jetzt viele Unternehmen mit dem Thema digitales Dokumentenmanagement befassen, hat auch mit einem zunehmenden Kostendruck und der Schwierigkeit zu tun, Fachkräfte zu finden. Viele Kunden, unterstrich Erhard Wezel, im Vorstand für den technischen Service und die Materialwirtschaft verantwortlich, wollten jetzt auch die Abläufe im Büro effizienter gestalten. In der Vergangenheit hatte die „Verschlankung“ ja vor allem die Produktion betroffen.

Ganz bewusst hat das Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet Mark West in den zurückliegenden Jahren seinen Schwerpunkt auf die Digitalisierung im Büro gelegt und sich somit ein zweites Standbein geschaffen. Ziel ist das Büro der Zukunft. Dieses stehe immer mehr, so Robin Morgenstern, vor der Herausforderung, die Fülle an Informationen, die auf die Unternehmen einströmen, zu strukturieren und zu kanalisieren. Das klassische Geschäft mit Drucksystemen, Kopieren  und Faxgeräten ist nach wie vor ein wichtiger Umsatzbringer, hat aber insgesamt in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Dennoch betreut das Systemhaus für Paper-Output und digitale Lösungen nach wie vor 32 000 Geräte in Süddeutschland, wo auch der geografische Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erwirtschaftete die Morgenstern-Gruppe einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro, wie Thomas Morgenstern, Vorstand für Finanzen und Controlling, sagte. Ein Wert, der auf Vorjahresniveau liegt. Mit rund 31 Millionen Euro – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr – steuerte die Morgenstern AG hierzu den größten Anteil bei.

Wichtiger als der Umsatz ist die Ertragskraft. Hier konnte die Gruppe in den vergangenen Jahren dank digitaler Software-Lösungen kräftig zulegen. Konkrete Zahlen wollte der Vorstand nicht nennen. Die Eigenkapitalquote der Morgenstern AG stieg durch eine Kapitalerhöhung auf rund  50 Prozent.

Buchwald im Aufsichtsrat

An der Zusammensetzung des Aufsichtsrates hat sich seit 2015 nichts geändert. Neben Firmengründer Bernhard Morgenstern gehören ihm Guido Buchwald als Stellvertreter und Bernhard Morgensterns Tochter Sabine an.

„Es zeichnet sich ein gutes Jahr 2018 ab. Wir gehen davon aus, dass wir die Ertragssituation weiter steigern können“, warf Robin Morgenstern einen Blick in die Zukunft. Derzeit seien keine Zukäufe geplant. „Wir haben keinen Druck, größer zu werden.“ Aber: „Wir beobachten den Markt und sind offen für weitere Alternativen“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Wissenwertes zur Morgenstern-Gruppe

Das 1971 von Bernhard Morgenstern als Ein-Mann-Betrieb für die Vermarktung von Kopiergeräten gegründete Unternehmen ist heute eine Gruppe mit vier Gesellschaften.

Unter dem Dach der Morgenstern Holding finden sich die Morgenstern AG, die ihren Hauptsitz in Reutlingen und Niederlassungen in Neu-Ulm, Leinfelden-Echterdingen, Pforzheim, Konstanz und Weingarten (Gessler + Funk Office) hat, die Schäfer GmbH in Hof und die Morgenstern Miet + Leasing in Eschborn.

Die Gruppe beschäftigt 250 Mitarbeiter an Standorten in Baden-Württemberg und Bayern. Derzeit werden 42 Lehrlinge als Groß- und Außenhandelskaufleute, Fachkraft für Lagerlogistik, IT-Systemkaufmann, Fachinformatiker Systemintegration, Informationstechniker und IT-Systemelektroniker ausgebildet.
Dazu kommen noch Stipendiaten, die in einem berufsbegleitenden Studium, dem „Career & Study-Programm“, einen Bachelor- oder Masterabschluss anstreben.

Im Ringen um Fachkräfte spielt die Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle bei Morgenstern. „Wir legen Wert darauf, möglichst Leute aus den eigenen Reihen für Führungspositionen zu rekrutieren“, unterstrich Vorstandschef Robin Morgenstern. rab

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