Atemlos

NORBERT LEISTER 19.07.2016

Eigentlich ist es eine Schande, sagte ein examinierter Pfleger zu mir: „In Dänemark hängt in jedem Supermarkt ein Defibrillator, bei uns nicht mal in Pflegeheimen.“ Die Bedienung eines solchen Geräts zur Rettung von Menschenleben sei ganz einfach - alles werde genau beschrieben, zum Teil sogar mit Bildchen. „Also alles kein Problem“, sagte er. Und wenn dann bei Herzversagen kein Defibrillator greifbar sei? Dann helfe immer noch die Herzmassage, hieß es. Nur - wie oft und wie stark muss man da auf die Brust des Patienten drücken? Da gebe es doch viel Unwissenheit. Und wie oft muss man an dem Bewusstlosen eine Mund-zu-Mund-Beatmung  durchführen? Viel wichtiger als die Atmung sei, das Herz zu animieren. Und das in einem recht schnellen Rhythmus. Zu „Staying alive“ von den Bee Gees klappe das recht gut, sagte der Pfleger. Ob das ernst gemeint war? Man könne – wahlweise – auch „Highway to hell“ von AD/DC nehmen. Oder, wem für dieses Heavy-Metal-Lied die Begeisterung fehle, der könne innerlich mit Helene Fischer singen: „Atemlos.“ Wie passend. Ist das jetzt der Sarkasmus der Rettungskräfte? „Egal - Hauptsache ist, dass man nicht tatenlos zusieht“, so der Berufspfleger.