Lichtenstein / Kathrin Kammerer

Am Mittwochnachmittag war ein Lastwagen auf der Honauer Steige in Brand geraten. Bis zwei Uhr nachts waren die Einsatzkräfte im Einsatz, teilt nun die Polizei mit. Erst dann war die B 312  zwischen Honau und Traifelberg wieder in beiden Richtungen für den Verkehr freigegeben worden.

Ein brennender Sattelschlepper sorgt für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Um 15.56 Uhr ging der Alarm ein, erzählt Lichtensteins Feuerwehr-Kommandant Andreas Daum. 15 Fahrzeuge rückten zum Brandort aus: von den Feuerwehren Lichtenstein, Engstingen, Reutlingen und Pfullingen. Rund 40 Männer waren im Einsatz.

Beschädigter Reifen überhitzt

Schon auf dem Weg zum brennenden Lastwagen bemerkten die Feuerwehrmänner Reifenteile auf der Fahrbahn. „Das war wohl ein Reifenbrand“, sagt Daum am Tag danach, „ein sogenannter Heißläufer“. Das passiert ab und zu bei Lastwägen, sagt er weiter: Ein beschädigter Reifen überhitzt und löst sich während der Fahrt langsam auf. Irgendwann fängt er an zu brennen – und dieses Feuer geht ziemlich schnell auf die Ladung über.

Der 38-jährige LKW-Fahrer konnte sich rechtzeitig aus seinem Führerhaus retten, sein Gefährt wurde aber ein Raub der Flammen. 24 Tonnen Pferdefutter hatte der ungarische Sattelzug geladen. Als das Feuer ausbrach, machte in sozialen Netzwerken zunächst das Gerücht einer Explosion die Runde – was sich als falsch erwies. Das laute Geräusch war wohl beim Platzen der Reifen entstanden.

Die Rauchsäule war bis ins Tal zu sehen. Der Brand an sich sei recht schnell gelöscht gewesen, berichtet Komandant Daum. Das Wasser musste mit den Löschfahrzeugen zum Brandort transportiert werden: Lichtensteins Fahrzeuge haben 10 000 Liter Kapazität, die von Engstingen 3000 und die von Reutlingen nochmal 5000. Das sich das Unglück in einem Wasserschutzgebiet ereignete, mussten die Feuerwehrmänner vorsichtig löschen und aufpassen, dass kein mit Fahrzeugflüssigkeit oder Öl verschmutztes Löschwasser in die Natur gelangt. Da die Honauer Steige aber glücklicherweise komplett kanalisiert ist, konnte das Löschwasser gut abfließen, so Daum.

Aufwendiger als die Löscharbeiten seien die anschließenden Aufräumarbeiten gewesen. Die Feuerwehr Pfullingen brachte ihren Radlader zum Unfallort, so konnte die beschädigte Ladung Stück für Stück in spezielle Container verfrachtet werden. Auch der Lastwagen, der nicht mehr fahrtüchtig war, musste abtransportiert werden. Die beschädigte Ladung wurde der Entsorgungsfirma Korn aus Engstingen übergeben.

Das Unglück ist in einer verkehrstechnisch schwierigen Situation passiert: Die Holzelfinger Steige ist seit Monaten gesperrt, auch die Stuhlsteige ist seit Montag dicht. Viele Autofahrer, die nun auf die Honauer Steige ausgewichen waren, standen am Mittwoch stundenlang im Stau. Trotz der ausgeschilderten Umleitung floss der Verkehr noch sehr lange zäh.

Auf Anfrage unserer Zeitung teilt die Straßenmeisterei in Eningen nun mit, dass der Asphalt an der Unglücksstelle so beschädigt ist, dass er definitiv ausgebessert werden muss – aber nicht sofort. Der Asphalt sei zwar sehr porös, nach ersten Einschätzungen werde er aber die fortlaufende Belastung aushalten, bis andere Albaufstiege wieder freigegeben sind und bis sich die Situation entspannt hat Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei werden den Zustand aber alle ein bis zwei Tage überprüfen, so die weitere Auskunft.

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Feuerwehrfahrzeuge waren am Mittwoch im Einsatz, rund 40 Feuerwehrmänner aus Lichtenstein, Engstingen, Reutlingen und Pfullingen halfen bei den Löscharbeiten. kam