Der am 28. November angekündigte Abbau von 500 Stellen bei Bosch in Reutlingen geht in dienächste Runde. IG Metall und Betriebsrat hatten nach der Mitteilung von Bosch den Bereichsvorstand aufgefordert,auf der Betriebsversammlung den Beschäftigten Rede und Antwort zu stehen.

Auf den gestrigen Betriebsversammlungen, in der Früh-, Spät- und Nachtschicht wurde der angekündigte Stellenabbau von Bosch auf Nachfragen von Betriebsrat, IG Metall und Beschäftigten für alle deutlicher. „Die angekündigten 500 Stellen beinhalten nicht die Fluktuation, die jährlich am Standort 50 bis 100 Menschen betreffen, sondern kommen on top dazu“, berichtet IG Metall-Chefin Tanja Silvana Grzesch. „Somit steigert sich die Zahl von 500 auf 650, im schlimmsten Fall sogar auf 800 Stellen bis Ende 2022, was für den Standort einen fast zehnprozentigen Abbau bedeuten würde.

Bosch begründet den Stellenabbau mit dem strukturellen Wandel, der schneller kommen würde als gedacht. „Doch quält uns die Frage, wer soll die Arbeit hier am Standort weiter machen?“ fragt sich der Betriebsratsvorsitzende Daniel Müller: „Wir haben hier keine Beschäftigten zu viel und können auf die verbleibende Belegschaft die Tätigkeiten nicht draufsatteln.“

Bekenntnis zum sozialverträglichen Abbau

Bereichsvorstand Andreas Fischer kündigte an, dass sie dazu stehen, dass der Abbau der 500 Stellen sozialverträglich erfolgen soll. Per Altersteilzeit, Vorruhestandsregelung und Abfindung soll dies gelingen. Es gäbe keine  Alternative.

Allerdings sei  klar geworden, dass nicht jeder gehen kann, der möchte, sondern dass die Standortleitung die doppelte Freiwilligkeit in den Vordergrund stellt. Das bedeutet, dass wenn freiwillig jemand mit Abfindung gehen möchte entscheidet der Arbeitgeber, ob der Beschäftigte gehen darf.

Freiwillig bedeutet freiwillig

Thorsten Dietter, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Vertrauenskörperleiter, stellt klar: „Freiwillig bedeutet freiwillig. Wenn auch nur ein Hauch von Druck auf die Beschäftigten ausgeübt wird, dann werden wir mit den Beschäftigten und der IG Metall einen noch größeren Druck ausüben.“

Welche Auswirkungen hat der Abbau auf den Vertrag „Zukunft Reutlingen?“

Betriebsrat und IG Metall wollen auch wissen, welche Auswirkungen die Planung des Abbaus mit dem bestehenden Vertrag „Zukunft Reutlingen“ hat, da noch sehr viele Fragen offen sind. Der Bereichsvorstand werde mit den Interessenvertretern zeitnah zusammen kommen, um alle offenen Fragen zu klären. „Denn unser Standort muss in allen Bereichen arbeitsfähig sein und wir können noch nicht nachvollziehen, wie das funktionieren soll“, so Dietter.