Auch im April ist die Arbeitslosenquote in der Region leicht zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen sank um 155 Personen auf nun 11 455, und auch die Arbeitslosenquote ist erneut leicht auf jetzt 3,9 Prozent (Vormonat bei 4,0 Prozent) zurückgegangen. . Damit ist die Arbeitslosenquote auch weiterhin niedriger als im Landesdurchschnitt, hier sank der Anteil der Arbeitslosen von 4,3 auf jetzt 4,2 Prozent. Erfreulich ist vor allem der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren.

Weniger Neuzugänge

„Positiv stimmt auch, dass im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosen-Zugänge aus Erwerbstätigkeit um 37,7 Prozent gesunken sind, dagegen konnten 63,8 Prozent mehr als im April des Vorjahres ihre Arbeitslosigkeit beenden“, sagte Wilhelm Schreyeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, „auch wenn der Vergleich zum Vorjahr in der aktuellen Situation natürlich schwierig ist“.
Die Arbeitslosenquote bei den Jüngeren (dazu zählen die 15- bis unter 25-Jährigen) lag im April bei 2,9 Prozent, im April 2020 waren es noch 3,2 Prozent. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass vor allem bei den Jugendlichen ein positiver Trend erkennbar ist“, so Schreyeck.

Deutlicher Anstieg bei Langzeitarbeitslosen

Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist in der Region im Vergleich zum April des Vorjahres um 61 Prozent angestiegen. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen es nicht schaffen, innerhalb eines Jahres eine neue Arbeitsstelle zu finden. „Wer nicht schnell wieder eine Anschlussbeschäftigung findet, hat es bei der aktuellen Arbeitsmarktlage deutlich schwerer als sonst“, mahnt Schreyeck. „Eine gute Ausbildung, eine Qualifizierung oder eine Weiterbildung können hier auf jeden Fall einer dauerhaften Arbeitslosigkeit vorbeugen.“

Lage auf Ausbildungsmarkt schwierig

Auf dem Ausbildungsmarkt gab es auch im April wieder weniger Bewerber für Berufs-ausbildungsstellen, allerdings auch weniger unbesetzte Ausbildungsstellen als in den Vorjahren. 1155 noch unversorgten Bewerbern (im Vorjahr 1269) stehen 1709 unbesetzten Ausbildungsstellen (248 weniger als im April 20) gegenüber. „Unentschlossenheit und Unsicherheit auf Bewerberseite und die ungewisse Zukunft auf Seiten der Betriebe“, sieht Schreyeck als Hauptursachen für die Lücken auf dem Ausbildungsmarkt. Pandemiebedingt fehlen den Ausbildungssuchenden auch Informations- und Orientierungsmöglichkeiten wie Betriebspraktika oder Lehrstellenbörsen, was die Berufsorientierung in Zeiten von Corona extrem erschwert.
„Wir müssen die im Ausbildungsbereich oft zitierte ‚Generation Corona‘ mit allen Mitteln verhindern“, appelliert er an Ausbildungssuchende, aber auch an die Unternehmen. „Unsere Berater sind für die Jugendlichen auf vielen verschiedenen Kanälen erreichbar und können trotz der Pandemie über die Homepage der Arbeitsagentur, per E-Mail oder telefonisch kontaktiert werden. Auch freie Ausbildungsstellen können Betriebe dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit natürlich jederzeit melden.“

Mehr freie Stellen

Dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur werden – auch jahreszeitbedingt – wieder mehr Arbeitsstellen gemeldet. Der Stellenbestand befindet sich aber im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin auf niedrigem Niveau. Im April waren es insgesamt 771 Stellenzugänge (plus 136,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr; zur Erinnerung: der erste Lockdown begann Mitte März 2020). Im Bestand hatten die Arbeitsvermittler nun 2563 Jobangebote (und damit 7,1 Prozent mehr als im April 2020).

Entwicklung in den Kreisen

Im Landkreis Reutlingen waren im April 7237 Menschen (8,1 Prozent mehr als im Vorjahr) arbeitslos gemeldet, davon 3388 (+6,0 Prozent gegenüber Vorjahr) bei der Agentur für Arbeit und 3849 (+9,9 Prozent gegenüber Vorjahr) beim Jobcenter Landkreis Reutlingen.
Im Landkreis Tübingen waren 4218 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+4,6 Prozent gegenüber Vorjahr). Davon wurden 2178 von der Arbeitsagentur betreut (+2,3 Prozent gegenüber Vorjahr) und 2040 (+7,1 Prozent gegenüber Vorjahr) vom Jobcenter Landkreis Tübingen.

Arbeitsmarkt der Geschäftsstellen


Die Arbeitslosenquote für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Reutlingen sank im April im Vergleich zum Vormonat März auf 3,9 (Vorjahr 3,7) Prozent.

Die Quoten im Einzelnen (Vorjahr in Klammern): Landkreis Reutlingen 4,4 (4,1) Prozent, Landkreis Tübingen 3,3 (3,2) Prozent. Hauptagentur Reutlingen 4,6 (4,3) Prozent, Geschäftsstelle Münsingen 3,2 (3,2) Prozent und Bad Urach 3,9 (3,6) Prozent.