VERKEHR Anwohner machen Druck

Die Storlachstraße zieht sich einen Kilometer lang von der Tannenberger Straße zur Sondelfinger Straße. Vor allem im nördlichen Wohngebiet leiden die Anwohner unter dem Anstieg des Verkehrs.
Die Storlachstraße zieht sich einen Kilometer lang von der Tannenberger Straße zur Sondelfinger Straße. Vor allem im nördlichen Wohngebiet leiden die Anwohner unter dem Anstieg des Verkehrs. © Foto: Thomas Kiehl
Reutlingen / Carola Eissler 14.02.2018

Rund einen Kilometer lang ist die Storlachstraße, die sich von der Tannenberger Straße im Norden bis zur Sondelfinger Straße im Süden zieht. Immer öfter wird sie als Ausweichstraße benutzt, um die Rommelsbacher Straße und den alltäglichen Verkehrsstau am Übergang zur Straße Unter den Linden zu umgehen. Besonders betroffen davon ist der nördliche Teil der Storlachstraße, ein reines Wohngebiet.

Vermehrt machen die Anwohner Druck, die Straße vom Verkehr zu entlasten. Einen dicken Forderungskatalog haben sie vorgelegt, in dem der Stadtverwaltung Vorschläge zur Verkehrsberuhigung unterbreitet werden. Am kommenden Samstag wird, wie berichtet, die CDU-Fraktion sich ab 11 Uhr vor Ort ein Bild von der Situation machen. Eine Woche später ruft die Initiative Storlach zu einer weiteren Aktion auf: versetztes Parken. So soll der Verkehr ausgebremst werden. Eine Aktion, von der allerdings Ordnungsamtsleiter Albert Keppler noch gar nichts weiß. „Eine solche Aktion wurde bei uns nicht angemeldet.“

Dass im Storlach Handlungsbedarf besteht, das sieht man auch bei den Gemeinderatsfraktionen und der Stadt so. Man habe ein Verkehrsaufkommen von rund 1700 Fahrzeugen im oberen Bereich der Storlachstraße. „Für ein Wohngebiet ist das viel“, sagt Keppler. Dass der Verkehr in diesem Gebiet zugenommen hat, ist allerdings nicht allein dem so genannten Schleichverkehr geschuldet. „Es ziehen immer mehr Leute ins Storlach, die Siedlung wächst“, sagt Keppler. Rund 6500 Einwohner zählt das Gebiet inzwischen. Hinzu kommt, dass viele Haushalte über zwei Fahrzeuge verfügen.

In vielen Siedlungen, die in den 1950er und -60er Jahren hochgezogen wurden, findet man heute dieselben Verkehrsprobleme. „Damals wurde ganz anders geplant, und niemand hätte gedacht, dass der Verkehr einmal so zunimmt“, sagt Keppler. Kein Wunder, dass entlang der gesamten Storlachstraße auch notorischer Parkplatzmangel herrscht. Wer spätabends von der Arbeit kommt, muss nicht selten einige Runden drehen, bis er sein Auto abstellen kann. „Viele Verkehrsprobleme sind eben auch hausgemacht“, sagt Keppler.

Dennoch soll sich im Storlach die Situation verbessern. Man sei derzeit noch dabei, verschiedene Maßnahmen zu prüfen. Ob die Umbauten freilich den Umfang haben werden, den sich die Anwohner erhoffen, bleibt abzuwarten. Umbaumaßnahmen, um den Verkehr zu verringern, sind die eine Sache. Andererseits setzen die Stadtverantwortlichen auf das neue Stadtbusnetz und eine Ausweitung des Car-Sharings gerade in den dicht besiedelten Wohngebieten.

Anfang des Jahres hat bereits die SPD einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gerichtet, in dem sie eine Verringerung des Durchgangsverkehrs in der Storlachstraße fordert. Die Verwaltung soll prüfen, so die SPD-Fraktion, ob eine Durchfahrtssperre zwischen Mittnachtstraße und Carl-Diem-Straße möglich wäre. Außerdem soll die Tankstellenausfahrt so umgebaut werden, dass sie nicht mehr dazu einlade, in die Storlachstraße einzufahren.

Auch die FWV wurde inzwischen aktiv. Anfang des Monats hat die Fraktion der Freien Wähler die Stadtverwaltung aufgefordert, ein verkehrsplanerisches Konzept über das gesamte Quartier einschließlich der angrenzenden Straßen zu erstellen, mit dem Ziel, den unerlaubten Durchgangsverkehr aus diesem Wohngebiet herauszuhalten. Möglicherweise wird, nach dem Vor-Ort-Termin am Samstag, auch die CDU einen Antrag einreichen.

Was die Anwohner vorschlagen

Einige Vorschläge der Initiative Storlach zur Reduzierung des Verkehrs: Verengung der Storlachstraße in Höhe Tannenberger- und Carl-Diem-Straße und des Zebrastreifens am katholischen Kindergarten. Zusätzlich versetztes Parken an vorgesehen Flächen.

Änderung der Beschilderung in der Sonnenstraße und Carl-Diem Straße.

Fortfolgend zur Beruhigung obere Storlachstraße auch hier Entschleunigung des Verkehrs (Zone 30) durch Verengung an der Einfahrt der Straße und weitere Hindernisse. Schaffung von Anwohnerparkplätzen. Einfahrverbot in die Storlachstraße.

Durch Änderung der Vorfahrt in der Schweidnitzer Straße könnte eine weitere Drosselung des Verkehrs stattfinden.