Zu zwei Jahren Haft wurde gestern ein 26-Jähriger verurteilt, der des dreifachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gesprochen wurde. Antreten muss der Pfullinger die Haftstraße indes vorerst nicht – der einschlägig vorbestrafte Mann wird dagegen auf Anweisung des Landgerichts in die Psychiatrie eingewiesen. „Sie tun uns auch leid“, erklärte die Richterin Sigrid Höchst bei der Urteilsverkündung. „Aber uns tun vor allem auch die Kinder leid, die in ihre Fänge kamen“, betonte die Vorsitzende der achten großen Jugendkammer.

Mehrfach hatte der Angeklagte versucht über das Internet in Kontakt mit vorpubertären Jungen zu kommen und auch aktiv, beispielsweise in einem christlichen Zentrum, wo er sich ehrenamtlich engagierte, verschiedene Eltern angesprochen. Bei drei Jungen kam es am Ende zu Berührungen an den Geschlechtsteilen und ähnlichen Übergriffen. „Sie haben sich sehr um Kontakte bemüht, das waren keine Zufälle“, betonte die Richterin.

Nach einem psychiatrischen Gutachten hat der 26-Jährige mit einer Intelligenzminderung und einer Persönlichkeitsstörung zu kämpfen. Außerdem habe der Pfullinger eine „abweichende sexuelle Neigung“ – eben für männliche Kinder. „Diese Konstellation an Krankheitsbildern ist das Gefährliche an ihnen“, bedeutete die Richterin dem Angeklagten. „Sie geben diesem Trieb unreflektiert nach und denken nicht an die Konsequenzen.“ Zu Gute hielt die Jugendkammer dem 26-Jährigen, dass dieser bei seinen Taten keine Gewalt anwendete. „Wenn es Protest seitens der Kinder gab, haben sie gleich nachgegeben“, sagte Höchst. Dennoch sei das Verhalten des Angeklagten zu verurteilen: „Das hat den Kindern nicht gut getan.“

Die Richterin attestierte dem Mann ein „deutlich reduziertes Hemmungsvermögen“, aufgrund seines Krankheitsbildes aber auch einen Zustand der verminderten Schuldfähigkeit bei allen drei Taten. Obwohl der 26-Jährige unter Bewährung stand, sei er schnell in alte Muster zurückgefallen und „dauernd auf der Suche nach Eltern mit Jungs im passenden Alter“ gewesen. „Wir halten sie daher für gefährlich“, stellte die Richterin angesichts der pädophilen Neigungen des Angeklagten fest. In der Psychiatrie habe er Gelegenheit, an sich zu arbeiten. „Sie haben eine Durststrecke vor sich. Aber sie können Lösungen finden“, gab Richterin Höchst dem 26-Jährigen mit auf den Weg.

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