Reutlingen / Von Ralph Bausinger  Uhr

Die Hülle ist jetzt da“, sagte Arno Valin, Leiter des Amtes für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt,  beim Sommermedientermin am Montagnachmittag. Die Hülle, das ist ein rund 28 Meter langer Durchlass aus Stahlfertigteilen für Mensch und Amphibien. Gut zwei Tage hat es gedauert, bis die Arbeiter die Teile zur Röhre zusammengesetzt hatten.

Amphibien, Fußgänger und Radler

Der Tunnel, der unter der L 383 verläuft, bietet einen imposanten Anblick. In den kommenden Tagen wird die Fläche rund um die Röhre wieder mit Erde verfüllt, und dann kann der Innenausbau starten, wie Projektleiter Steffen Stegmaier berichtete. An beiden Seiten wird ein jeweils 1,23 Meter breiter Streifen für Amphibien eingerichtet, in der Mitte verläuft ein vier Meter breiter Geh- und Radweg.

Tunnel muss feucht sein

Gut 80 Meter weiter in Richtung Ohmenhausen gibt es einen, kleineren 1,50 breiten, einen Meter hohen und zwölf Meter langen Stelztunnel, der nur von Lurchen, Molchen und Kröten benutzt wird. Auch dieser Tunnel muss feucht gehalten werden, damit die Amphibien ihn annehmen. Sogenannte Leitsysteme sollen die Amphibien zu den Tunneln führen.

Die gesamten Kosten für die beiden Durchlässe, zu denen sich die Stadt als eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Scheibengipfeltunnels verpflichtet hat, belaufen sich laut Baubürgermeisterin Ulrike Hotz auf 850 000 Euro, davon sind knapp 760 000 Euro reine Baukosten, das Land bezuschusst das Projekt nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) mit 105 000 Euro.

Von 26. August bis 6. September stellen die Arbeiter die Anbindungen an die Radwege her, parallel dazu erfolgt der Innenausbau der beiden Durchlässe. Spielt das Wetter mit, sind die Arbeiten vor Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen.

Vollsperrung bis 23. August

Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert. Während der Vollsperrung bis 23. August werden die von Gönningen oder Bronnweiler kommenden Verkehrsteilnehmer entweder über Pfullingen oder über Ohmenhausen und Betzingen geführt. Der Verkehr soll die Umleitung vorbei am Industriegebiet Mark West nutzen. Es gibt gekennzeichnete Umleitungsstrecken für Radfahrer und Fußgänger.

Änderungen gibt es auch im Öffentlichen Personennahverkehr: Sowohl stadtaus- wie auch stadteinwärts können die Stadtbusse der Linien 5 und 155 die Haltestellen Volkspark/Pomologie, Alteburgstraße, Kreuzeiche und Roßwasen während der Vollsperrung nicht anfahren.

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Meter lang ist der Durchlass für Menschen und Amphibien, der unter der L 383 hindurchführt. Neben einem vier Meter breiten Geh- und Radweg gibt es Streifen für Amphibien.