Kreis Reutlingen / Kathrin Kammerer  Uhr

Nicht erst seit dem Missbrauchsfall von Staufen ist klar: Kinder brauchen besseren Schutz, die verschiedenen Institutionen, die mit Jugendschutz zu tun haben, müssen besser zusammenarbeiten. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Poreski hat sich nun vor Ort, mit den Akteuren in seinem Landkreis, über Kinder- und Jugendschutz unterhalten.

Kinderschutz seit Herbst hochaktuell

Von Seiten des Landratsamtes wie auch von den freien Trägern „pro familia“ und „Wirbelwind“ bekam er Wünsche mit auf den Weg, die er nun im Landtag in die Diskussion einbringen will. Dort ist Kinderschutz seit Herbst hochaktuell: Da hat das Sozialministerium nämlich die Kommission Kinderschutz eingerichtet. Diese soll potentielle Defizite im Kinderschutz aufdecken, die grüne Landtagsfraktion möchte diesen Prozess aktiv begleiten, so Poreski.

„Wir brauchen eine verlässliche Finanzierung vom Land“, betont Grit Heideker von „pro familia“. Aktuell arbeiten sieben Personen in der Reutlinger Beratungsstelle. Ihre Arbeit im Bereich Kinderwohl mit Multiplikatoren (Lehrer, Erzieher) wird zwar vom Landkreis bezuschusst. Heideker wünscht sich aber mehr Planbarkeit und mehr finanziellen Spielraum für die Zukunft. Außerdem wird die „pro familia“-Beratung im Bereich Schwangerschaft bereits vom Land finanziert. Wieso also nicht endlich auch konstante, finanzielle Unterstützung im wichtigen Bereich Kinderschutz? „Wir können von Menschen, die zu diesem Thema Hilfe suchen, doch nicht auch noch Geld für die Beratung verlangen“, so Heideker.

Auf 100 Prozent aufgestockt

Bei „Wirbelwind“ wurde die 50-Prozent-Stelle jüngst auf 100 Prozent aufgestockt. Auch hier gilt: Nur mit ausreichend Personal lässt sich auch ausreichend sorgfältig arbeiten. „Weitere personelle Verstärkung ist geplant“, betont Reinhard Glatzel, der Leiter des Kreisjugendamtes. Aber auch wenn man personell aufgestockt hat: Die freien Träger der Jugendhilfe können längst nicht alle Lehrer und Erzieher im Kreis einzeln schulen. Also müssen Multiplikatoren (beispielsweise Schulsozialarbeiter oder Lehrer) besonders sensibilisiert werden – und die können ihr Wissen dann weitergeben.

Ganz wichtig ist MdL Poreski, dass endlich in allen Landkreisen die selben Standards im Bereich Kinderschutz gelten.

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