Dass im Heimatmuseum zu wenig Platz für viele Schätze aus der reichhaltigen Sammlung ist, machte Dr. Werner Ströbele dem Altstadt-Freundeskreis (AFK) bei einer Führung durch die Sonderausstellung "Neue Bühne für alte Objekte" deutlich. AFK-Vorsitzender Dirk Strähle war sich mit dem Kulturamtsleiter einig, dass die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäudezeile an der Oberamteistraße hier Abhilfe schaffen muss, heißt es in einer Mitteilung. Die historischen Häuser könnten wichtige Teile der Museumssammlung aufnehmen. In der noch bis zum 8. Mai laufenden Sonderausstellung sind wichtige Exponate zur Geschichte der Stadt Reutlingen zu sehen. Ströbele erinnerte daran, dass viele Objekte und Sammlungsbereiche jedoch nach wie vor im Magazin schlummern. Die auf Stadtgeschichte beschränkte Präsentation im Heimatmuseum sei ein Torso. Normalerweise könnten Objekte aus der Vor- und Frühgeschichte, Kultur- und Alltagsgeschichte, Stadtansichten und Genremalerei, Wohnen und Kleidung, aber auch Flucht, Vertreibung und Migration nicht gezeigt werden. Die Altstadtfreunde bestaunten in der Sonderausstellung Artefakte aus der Steinzeit, der Kelten- und Römerzeit sowie der alamannischen Landnahme. Aber auch die ausgestellten Küchengeräte, Spazierstöcke, Tabakspfeifen und anderen Utensilien aus der Alltagsgeschichte fanden genau wie Kleidungsstücke und Möbel großes Interesse. Die ausgestellten Bilder verdeutlichen, dass jedes Zeitalter seinen eigenen Blick auf die Stadt hatte. Erinnerungsstücke von Menschen, die in Reutlingen eine neue Heimat gefunden haben, vervollständigen die Sonderschau. "Dieser Besuch bestärkt uns im Bemühen um eine Sanierung und sinnvolle Nutzung der Oberamteistraßen-Häuser", betonte Strähle. Der Altstadt-Freundeskreis werde sich bald mit einem Internet-Auftritt und einem Flyer um noch mehr Unterstützung aus der Bürgerschaft bemühen. Bei den Gebäuden handele es sich immerhin um eine der ältesten zusammenhängenden Fachwerkhäuserzeilen Deutschlands. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble sei im Altstadtrahmenplan als stadtbildprägendes historisches Areal gekennzeichnet und insbesondere wegen seines dokumentarischen und exemplarischen Wertes zu erhalten.