Monatliche Sonntagsfrühstücke und Tanznachmittage, dies waren vor dem ersten Lockdown 2020 die beliebtesten Angebote im Treffpunkt für Ältere. Inge Rieg, einst als Kaufmännische Angestellte in der Listhalle für Großveranstaltungen tätig, hat die Besucherzahlen im Treffpunkt in der Gustav-Werner-Straße noch immer im Kopf.
Nach ihrer hauptberuflichen Tätigkeit organisierte sie knapp 20 Jahre lang Veranstaltungen in der Begegnungsstätte, zunächst als geringfügig Beschäftigte und später als Ehrenamtliche. Mit ihr im Team waren zunächst rund 80 weitere Engagierte. Der Treffpunkt für Ältere sollte älteren Menschen einen weiteren Ort für Bildung und Begegnung bieten. Mit der Erweiterung von Angeboten für ältere Menschen in der Stadt, engagierte sich zunehmend ein kleinerer Kreis. Beim ersten harten Lockdown 2020 umfasste das Team noch rund 40 Ehrenamtliche. Doch mit den stetigen Vorgaben der Corona-Verordnung konnten keine Veranstaltungen der Offenen Altenhilfe mehr im Treffpunkt stattfinden. Bei wenigen Gruppenangeboten besteht das Interesse auch nach der Corona-Pandemie weiterzumachen. Für diese Angebote ist das große Treffpunktgebäude nicht erforderlich. „So wurde die Arbeit im Treffpunkt eingestellt“, erläutert Marc Böhringer, Leiter Altenhilfe Region Reutlingen. Alle Gruppen und Engagierten seien per Brief wie auch in persönlichen Gesprächen informiert worden. Die Stadt habe Räume im Alten Rathaus in Aussicht gestellt. Zudem können gegebenenfalls an anderen Standorten der Altenhilfe Reutlingen vorhandene Räumlichkeiten mitgenutzt werden.
Inge Rieg blickt bedauernd zurück: „Alle trauern dem Sonntags-Tanztee und dem Frühstück nach. „Doch wenn es jetzt so ist, dann ist es so, wir fangen nicht noch einmal an“, betont sie. Im Team der Ehrenamtlichen seien sie zunehmend weniger geworden. Es habe auch die Sorge „Nachwuchsprobleme“ gegeben. In ihrer Erinnerung sei die ganze Zeit schön gewesen, perfekt das Team und die gut eingerichtete Küche. Für viele hundert Frühstücke hat sie Einkäufe übernommen, Einsatzpläne fürs Team gemacht, um Schiedwecken-Essen und Mutschel-Veranstaltungen für bis zu 100 Teilnehmer perfekt ablaufen zu lassen. Gerne würde sie noch einen richtigen Abschied mit allen Ehrenamtlichen feiern, das könne auch Grillen im Freien sein oder „was coronabedingt möglich ist“.
Diese Abschiedsfeier sei laut Böhringer bereits in Planung, aufgrund der Pandemiesituation aber noch nicht terminiert. Die Räume im Treffpunkt will die Bruderhaus-Diakonie intern nutzen, die Kindertagesstätte Tigertreff ist weiterhin im Gebäude.