Reutlingen Aktiv sein, um zu helfen

Am Freitagabend wurde erneut das beträchtliche ehrenamtliche Engagement zahlreicher Mitglieder des DRK-Ortsvereins Reutlingen gewürdigt.
Am Freitagabend wurde erneut das beträchtliche ehrenamtliche Engagement zahlreicher Mitglieder des DRK-Ortsvereins Reutlingen gewürdigt. © Foto: Norbert Leister
NORBERT LEISTER 30.03.2015
Die Reutlinger Rot-Kreuzler seien enorm aktiv und verfolgten dabei stets das Ziel "Abenteuer Menschlichkeit", unterstrich Andreas Glück, Präsident des DRK-Kreisverbandes, in seinem Grußwort.

Allein die Zahlen beeindrucken: Nach Michael Schmidts Worten - der sich die Bereitschaftsleitung des Reutlinger DRK-Ortsvereins zusammen mit Marc Steigerwald und Barbara Dangel teilt - haben die 72 aktiven freiwilligen Helfer im vergangenen Jahr mehr als 14 500 ehrenamtliche Stunden geleistet. Rund 340 Stunden entfielen dabei auf den Rettungsdienst, zwölf Mal war die Schnelleinsatzgruppe gefordert, etwa 130 Sanitätswachdienste wurden abgearbeitet und 83 Erste-Hilfe-Kurse mit nahezu 1 150 Teilnehmern ausgerichtet. "Mein Dank gilt allen aktiven Helfern für ihren Einsatz", so Schmidt.

Besonderen Dank erfuhr im Rahmen der Ehrungen am Freitagabend Horst Hanke als Ausbilder: "Das macht sonst niemand so lang", betonte Paul Mohl. Nach kurzer Besinnung ergänzte der Vereins-Vorsitzende allerdings: "Okay, ich toppe das noch ein wenig." Mohl ist bereits seit 56 Jahren beim Roten Kreuz, steht seit 17 Jahren an der Spitze des Ortsvereins und war 18 Jahre Bereitschaftsleiter. Und - wie Schmidt betonte - hilft er auch heute noch bei der Einteilung der Einsätze für die Bereitschaft aus. "Wir bemühen uns aber, um so schnell wie möglich eine Änderung herbeizuführen", sagte Schmidt.

Der Bereitschaftsleiter sprach aber auch wenig Erfreuliches an: Wenn bei Großveranstaltungen externe Rettungsassistenten gebraucht würde, müssten die neuerdings ein Führungszeugnis vorlegen. "Das erschwert unsere Arbeit nicht nur, sondern verhindert sie womöglich sogar." Es sei jetzt schon Fakt, dass "immer mehr Dienste auf immer weniger Schultern verteilt werden", beklagte Schmidt.

Paul Mohl verwies in seinem Jahresrückblick auf die zahlreichen Gruppen, die in den Räumlichkeiten des Reutlinger DRK-Ortsvereins ein Dach über dem Kopf gefunden haben - und durch die Miete auch dafür sorgen, dass der Verein selbst seine Miete zumindest teilweise davon bezahlen könne. "Mit dem finanziellen Ergebnis des vergangenen Jahres können wir zufrieden sein", so Mohl. Dennoch müsse sich der Verein "ins Zeug legen, um die laufenden Kosten" begleichen zu können. Denn: Die notwendige Ausrüstung des DRK müsse auf dem technischen und medizinischen Stand gehalten werden. So wurden 2014 etwa die Sauerstoff- und Atemgeräte ausgetauscht. Der Kostenpunkt dafür: 14 000 Euro.

Auch im Fuhrpark stehen Veränderungen an oder sind bereits vollzogen worden. Dabei sind über 30-jährige Fahrzeuge ausgewechselt worden, die jedem Museum gut zu Gesicht stünden, beim Reutlinger DRK aber bis vor kurzem noch als Einsatz-Wagen in Betrieb waren. "Der erste Teil des Fahrzeugkonzeptes ist jetzt mit drei neuen Wagen fast geschafft", sagte Paul Mohl. Aber: Das Garagentor sei undicht, bei Regen stehe das Wasser in der Kfz-Unterkunft. Reutlingens Feuerwehr-Kommandant Harald Herrmann versprach als zuständiger Amtsleiter Abhilfe: "Da kommt ein neues Tor rein", sagte er in seinem Grußwort.

Gleichzeitig dankte er für das Engagement der ehrenamtlich tätigen Helfer des Roten Kreuzes und auch "für die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr - es ist gut zu wissen, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen können".

DRK-Kreisverbands-Präsident Andreas Glück verwies auf das "Abenteuer Menschlichkeit", auf dessen Spuren die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes stets unterwegs seien - "um Menschen zu helfen". Und: Glück lobte auch die sehr aktive DRK-Jugend, die am Freitag in der Person von Ellen Höhne mit einem Wort-Quiz überraschte.

Ehrungen

Bei der Hauptversammlung des DRK-Ortsvereins gehört es zur Tradition, langjährige Mitglieder zu ehren. Für 20 Jahre erhielten Heiko Bolz, Marc Steigerwald und Dr. Dirk Baumgärtel eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Für 30 Jahre im Ortsverein wurden Helmut Hild und Urs Rossig geehrt sowie Horst Hanke für seine mehr als 45-jährige Tätigkeit als Ausbilder.

NOL