Bei dem historischen Ensemble in der Hofstattstraße 24 mit drei Gebäudeteilen wird, so Akabus-Geschäftsführer Ditmar Olszewski, der Ursprung der Stadt vermutet. Es blieb vom großen Stadtbrand 1726 weitgehend verschont. Die Hofstatt - was Herrensitz bedeutet - wurde von verschiedenen Patrizierfamilien, darunter die der Pfäfflins, genutzt. 2011 hatte sich Akabus entschlossen, das insgesamt 1400 Quadratmeter große und lange Zeit vernachlässigte Quartier für insgesamt 5,5 Millionen Euro zu sanieren. Mehr als zehn Jahre konnte für die im Besitz der Stadt befindliche Liegenschaft Hofstatt 24 kein Investor gefunden werden. Jetzt hat sie mit Akabus einen.

Das freut selbstverständlich auch die Stadt. Baubürgermeisterin Ulrike Hotz zeigte sich gestern beim Ortstermin "froh und stolz", dass private Investoren "mutig und beherzt" mit solchen Objekten umgehen. Das sollte auch anderen Investoren Mut machen, Geld in die Hand zu nehmen. Fakt ist, dass Private in die Altstadtsanierung binnen sechs Jahren satte 50 Millionen Euro investiert haben.

Akabus ist ein Spezialist, hat in Reutlingen bereits das Areal Nürtingerhof-/Kanzleistraße und andere stadtprägende Gebäude saniert und dabei, so Olszewski, ein Konzept entwickelt, das den Bedürfnissen des Denkmalschutzes Rechnung trägt und gleichzeitig den Nutzern modernen Wohnkomfort in historischen Häusern ermöglicht.

Im hinteren Teil der Hofstatt wurden die alten Shedhallen bis auf einen Teil abgerissen und zu zwei Loftwohnungen inmitten einer grünen Oase umgestaltet. In zwei Bauabschnitten werden insgesamt 22 Mietwohnungen (1600 Quadratmeter Wohnfläche), sieben Stellplätze und eine Gewerbeeinheit entstehen. Der erste Bauabschnitt ist mit elf Wohnungen und fünf Garagen fertig. Die Mieter erwarten laut dem Akabus-Geschäftsführer "großzügige, attraktive Wohngrundrisse, teilweise mit Balkon, mit modernen puristischen Bädern". Nebenbei bemerkt: Der Blick vom Balkon auf die neue Stadthalle hat schon etwas.

Insgesamt, so Olszewski, sei es gelungen, die mittelalterliche Konstruktion im Gebäude Hofstatt 24 im Wesentlichen zu wahren. "Unser Ziel ist es, die alte Struktur beizubehalten." Unter anderem wurde eine Bohlenstube mit hübscher Balkendecke entdeckt, die eine Wohnung schmückt.

Dem Alten in der städtebaulichen Grundform verpflichtet, aber das Neue integrieren: Ein von einem Akabus-Tochterunternehmen betriebenes eigenes Blockheizkraftwerk ermöglicht den Mietern auch den Bezug von Eigenstrom. Die energetische Modernisierung der Wohnungen - mit Aufzug, versteht sich - sorgt für niedrige Nebenkosten. Bis Jahresende soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Aber damit ist Akabus noch nicht am Ende mit seinen Renovierungsbemühungen. Bereits jetzt werden mit der Stadt und dem Denkmalschutzamt die Planung und Realisierung der Gebäude Pfäfflinshofstraße 1 und 3 abgestimmt. "Wir werden das Baugesuch in etwa sechs Wochen einreichen", blickt Olszewski nach vorne.

Wechselvolle Geschichte