Pfullingen / JÜRGEN HERDIN

Über 35 000 der insgesamt rund 60 000 Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Württemberg sind Kinder und Jugendliche. Und genau 199  Buben und Mädchen haben das Glück gehabt, am Wochenende beim Landeskindertreffen in Pfullingen  dabei sein zu dürfen.

Das gibt es nun schon seit über einem Vierteljahrhundert und ist sehr gefragt, weil dort jede Menge Sport und Spiel angeboten werden. Außerdem gibt es Exkursionen. Hinzu kamen Besuche bei Institutionen wie der Bergwacht, den Technischen Betriebsdiensten in Reutlingen – und natürlich durften alle auch ins Hallenbad.

Schließlich sollen aus den Kindern einmal allesamt gute Lebensretter zu Wasser werden. Auf die warten in der Zukunft viele neue und vor allem größere Herausforderungen. In Deutschland sind im laufenden Jahr mehr Menschen als in den Vor Jahren bei Badeunfällen ums Leben gekommen.

„Es gibt immer mehr junge Menschen, die nicht schwimmen gelernt haben“, weiß Sebastian Bordt vom DLRG-Landesverband. Das hänge auch damit zusammen, „dass immer mehr Hallenbäder in Deutschland aus Kostengründen geschlossen werden“, so Patrick Fries, der für Öffentlichkeitsarbeit bei der Landes-DLRG zuständig ist.

Reutlingens Bezirksjugendleiterin Nicole Sautter aus Eningen, die das Treffen in Pfullingen federführend organisiert hat, weiß ein Lied davon zu singen. „Wir müssen alle zwei Wochen zum Traning in das Hallenbad nach Unterhausen fahren“, so Sautter, die aber im Vergleich mit anderen Regionen in Deutschland noch ganz zufrieden ist. Immerhin gibt es in Holzelfingen in der Grundschule sogar noch ein Lehrschwimmbecken. Die DLRG kämpfe jedoch weiterhin darum, dass es überall eine „ordentliche Schwimmausbildung gibt“, so Bordt. So müsste sich die  Kommunalpolitiker darum kümmern, dass es nicht noch mehr Schließungen öffentlicher Bäder gebe. Alf Andrews, Justitiar des DLRG-Landesverbands  brachte es so auf den Punkt: Es sei ist noch kein Kind auf dem Fußballplatz gestorben, weil es nicht kicken konnte. „Aber es sind schon einige Kinder ertrunken, weil sie nicht schwimmen gelernt haben“, so Andrews. Und für den Erhalt der Bäder und den „Schwimm-Unterricht für alle Kinder“, so Nicole Sautter setze sich auch der DLRG-Bezirk Reutlingen ein. Der hat 4000 Mitglieder, zwölf Ortsgruppen und bietet neben Anfängerschwimmkursen, übrigens auch für Erwachsene, eine Rettungsausbildung an. Doch ohne Spaß und Freude kommt ein Vereinsleben natürlich nicht  aus. Und so hatten sich die Verantwortlichen erneut ins Zeug gelegt, um das alle zwei Jahre stattfindende Landes-Kindertreffen attraktiv zu gestalten. Das stand unter dem Motto „Mission Halloween“, einer fiktiven Agentenjagd nach einem Spion, der ausgerechnet vor Halloween alle Süßigkeiten verschwinden lässt. Fledermäuse aus Socken basteln, töpfern, wandern, sportliche Aktivität, sowie Ausflüge zu spannenden Zielen wie zur Nebelhöhle oder ins Umweltzentrum Listhof: Die Organisatoren sorgten für zahlreiche Angebote, wollen aber auch stets besser werden. Und so gab es für die Kinder, die vom Bodensee ebenso angereist waren wie aus dem Hohenlohischen, einen großen „Wunschbaum“ im Schlosshof. Der war schnell umringt – und alsbald voll mit Zetteln: „Später aufstehen müssen“ fand sich dort ebenso wie der Wunsch nach einer „besseren Beschilderung“ der zahlreichen Austragungsorte.

Was unterdessen ohne Zweifel als Lob angesehen werden kann: Das Unterhaltungsangebot beim DLRG-Kindertreff war so umfangreich, dass sich die Kids bisweilen sogar verlaufen haben.