Spende Ängste und Wut durch Ton abbauen

Sie alle freuten sich jetzt über die Spenden von 10 000 Euro an Wirbelwind (von links):  Arne Langer, Petra Lever, Silvia Schwarzmann, Sebastian Hähnel und Dirk Glück.
Sie alle freuten sich jetzt über die Spenden von 10 000 Euro an Wirbelwind (von links):  Arne Langer, Petra Lever, Silvia Schwarzmann, Sebastian Hähnel und Dirk Glück. © Foto: Norbert Leister
Reutlingen / Norbert Leister 01.12.2016

10 000 Euro hat die Hoffmann Group Foundation dieser Tage an den Reutlinger Verein „Wirbelwind“ überreicht. Dirk Glück und Sebastian Hähnel als Geschäftsführer des Mittelstädter Unternehmens Garant Productions (und 100-prozentiger Teil der Hoffmann Group) hatten sich für die Unterstützung der Arbeit von Petra Lever als hauptamtliche Kraft und Silvia Schwarzmann als Vereinsvorsitzende entschieden. „Die Initiative für die Spende an ‚Wirbelwind‘ kam von einem unserer knapp 100 Mitarbeiter“, sagte Glück während der Spendenübergabe.

Genau das sei auch das Prinzip der Hoffmann Group: Vor Ort lokale Projekte und Initiativen zu unterstützen, „mit denen sich die Mitarbeiter identifizieren können“, so Arne Langer als Manager der Hoffmann Group Stiftung. Jeder der zehn Gruppen-Niederlassungen in Deutschland werde ein gewisser Spendenbetrag zur Verfügung gestellt, um damit vor allem Hilfsprojekte für traumatisierte Kinder zu finanzieren. So hat die Hoffmann Group Foundation etwa zusammen mit der Tabaluga Stiftung das „Orange House“ gebaut, eine Einrichtung für traumatisierte Kinder am Starnberger See.

Mit „Wirbelwind“ sei ein prädestiniertes Unterstützungs-Projekt in der Reutlinger Region gefunden worden, wie Sebastian Hähnel und Dirk Glück betonten. „Unsere Mitarbeiter sind schon in den Startlöchern, um weitere Hilfe zu leisten“, so Glück. Das treffe sich bestens, betonte Silvia Schwarzmann, „nächstes Jahr feiert unser Verein das 25-jährige Bestehen“. Die nun geleistete Unterstützung in Höhe von 10 000 Euro werde dringend gebraucht, um die Anschlussfinanzierung der Tonfeld-Therapie zu gewährleisten. „Es wird nicht bei der einmaligen Hilfe bleiben“, versprach Arne Langer.

Diese Therapieform sei genauso wie Kunst- oder Reittherapie enorm wichtig für zahlreiche traumatisierte Kinder ab drei Jahren, die mit dem spielerischen Umgang mit Ton „ihre inneren Bilder sichtbar machen“. Nach sexuellem Missbrauch können Kinder zumeist nicht über das Erlebte sprechen, wenn sie mithilfe der Tontherapie „ihre Wut und ihre Aggressionen ausleben, ist schon ganz viel erreicht, dann sind sie auf dem Weg in Richtung Heilung“, so Schwarzmann. Das Ziel dieser Therapie sei nicht, das Verhalten der Kinder zu analysieren, sondern sie zu stärken. „Wenn Kinder missbraucht werden, gibt es nur zwei Möglichkeiten für sie: fliehen oder einfrieren“, erläuterte Silvia Schwarzmann. Die meisten Kinder würden sich selbst „einfrieren“, hätten danach aber ständig ein schlechtes Gewissen, dass sie sich nicht gewehrt haben – und sie somit zumindest eine Teilschuld an dem Missbrauch tragen würden.

Die Hoffmann Group ist kurz und knapp formuliert „ein Werkzeug- und Kataloghändler“, so Dirk Glück. Unter dem Dach der Gruppe ist Garant Productions in Mittelstadt „das einzige Unternehmen, das nicht verkauft, sondern produziert“, betonte Geschäftsführer Glück. Dort werden Betriebseinrichtungen wie Werkzeugschränke hergestellt. Die Hoffmann Group ist an zehn Standorten in Deutschland vertreten, weltweit in 52 Ländern mit insgesamt rund 2900 Mitarbeitern.