Stallgeschichten“ hieß eines der Angebote beim Adventsmarkt auf dem Reutlinger Gaisbühl. Zahlreiche Familien mit kleineren und gar nicht mehr so kleinen Kindern waren am Freitagnachmittag gekommen, um sich in dem Stall zwischen Schafen, Eseln und Lamas etwa die Geschichte von dem kleinen Stern anzuhören.

Tiere übernehmen das Kommando

Bevor jedoch die Vorleserin zu Wort kam, sollte erst noch ein Lied auf der Querflöte gespielt werden: „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Das fanden die Esel jedoch zum Wiehern – und sie begannen das sehr zur Freude der Zuhörer auch lautstark zu äußern. Die Schafe fielen mit ein, von der Querflöte war kein Ton mehr zu hören. Doch schon bald beruhigten sich die Tiere wieder, und die Geschichte konnte beginnen.

Außerhalb des Stalls lockten derweil Getränke und Essen –  was auf dem Gaisbühl allerdings „Flüssiges, Suppiges, Süßes und Herzhaftes“ hieß. „Wir versuchen, alle Angebote hier so naturnah wie möglich zu gestalten“, erläuterte Klaus Fischer von der Bruderhaus-Diakonie als einer der Zuständigen für den Adventsmarkt. Dazu gehörten nicht nur Essen und Trinken, sondern auch die Feuer in den Schalen, die gut verteilt für Atmosphäre sorgten. An einer größeren Feuerstelle konnte Stockbrot gefertigt werden, „wir haben heute aber auch eine Wollwerkstatt und eine Kinderschmiede hier“, sagte Fischer.

Kräftige Hammerschläge

Bowen McCloud nannte sich der „Scottish Blacksmith“, also der schottische Schmied, der eigentlich Benjamin Rauch heißt und aus Filderstadt kommt. Bei ihm am Amboss durften am Freitagnachmittag tatsächlich die Kinder zum Hammer greifen und die Stahlstange bearbeiten, die Rauch ihnen hinhielt. Da mussten die Kids schon kräftig zuschlagen, um das glühende Eisen in Form zu bringen.

Nur ein paar Meter weiter war eine Scheune in einen Kreativ-Schuppen verwandelt worden. Sogar aus Freudenstadt waren  Mitarbeiter der Bruderhaus-Diakonie angereist, um ihre selbst gefertigten Waren beim mittlerweile dritten Adventsmarkt auf dem Gaisbühl anzubieten. Sie taten das zusammen mit zahlreichen anderen Werkstätten aus Buttenhausen etwa oder aus Reutlingen, die allesamt ihre gefertigten Kunstwerke aus Holz, in Papier, Wolle, Filz und anderen Materialien mitgebracht hatten.

Besondere Marktatmosphäre

„Unsere Leute vom Gaisbühl sind heute an allen Angeboten beteiligt“, sagte Fischer. „Deshalb ist es auch ihr Adventsfest mit dieser besonderen Marktatmosphäre.“ Dass laut Fischer „ohne viel Werbung“ schon ab 16 Uhr die Besucher zuhauf kamen, freute und verwunderte den Mitorganisator gleichermaßen. „Es ist gar nicht so einfach, die Balance zu finden zwischen zu viel Gedränge und genau der richtigen Besuchermenge“, schmunzelte Fischer. Dieses Adventsfest, das sich schon etabliert hat, sei quasi „wie das Bruderhaus-Jahresfest im Kleinen, aber immer mit was Besonderem“ – wie etwa den „Stallgeschichten“ oder auch dem Kinderschmied.

Gelungenes Fest für alle

Gefallen hat’s den Besuchern offensichtlich schon in den vergangenen Jahren – sonst wäre der Andrang am Freitag nicht so groß gewesen. Und der Aufwand halte sich in Grenzen, wie Klaus Fischer betonte. „Freitags ist der Laden hier auf dem Gaisbühl eh immer geöffnet.“

Wenn dann nach dem Marktschluss alle zusammen mit anpacken und aufräumen, trinken sie noch einen warmen Punsch zusammen, dann war das Gaisbühl-Adventsfest wieder ein gelungenes Fest für alle. Für die  Mitarbeiter des Bioland-Hofs wie auch für die Besucher.