Stadtfest Achalmstadt als Open-Air-Bühne

Reutlingen / Von Ralph Bausinger 05.06.2018

Reutlingens Innenstadt verwandle sich am 15. und 16. Juni in eine „Festmeile der Extraklasse“, schwärmt Tanja Ulmer, Geschäftsführerin der Stadtmarketing und Tourismus GmbH (StaRT). Gemeinsam mit Partnern, Sponsoren und Vereinen sei es wieder gelungen, ein „einzigartiges Programm auf die Beine zu stellen. Reutlingen wird zu einer Open-Air-Bühne“, freut sich die StaRT-Chefin.

Insgesamt 57 Vereine und mehrere Gastronomen sind mit eigenen Ständen vertreten, weit über 3000 größtenteils ehrenamtliche Helfer werden an den beiden Tagen im Einsatz sein. Ein gewaltiger Aufwand für die Vereine. Erich Hummel ist ein Mann der ersten Stunde. Er war schon beim ersten Stadtfest 1975 mit dabei und erinnert sich, wie damals 132 Vereine mit eigenen Ständen vertreten waren. Er habe schon viele Stürme erlebt, sagt der Mann vom Kleintierzuchtverein Sondelfingen. Hummel geht  davon aus, dass sich die Zahl der teilnehmenden Vereine in Zukunft weiter reduzieren wird – ganz einfach, weil es immer schwieriger wird, freiwillige Helfer zu gewinnen. Die Bereitschaft der jüngeren Vereinsmitglieder, sich einzubringen, sei eher gering: „Die wollen nur feiern, nicht schaffen“, sagt das Stadtfest-Urgestein.

Das Stadtmarketing und das Stadtfestkomitee setzen als Veranstalter auf bewährte Strukturen und Neuerungen. So wird beispielsweise an den Festplätzen mit ihrer unterschiedlichen musikalischen Ausrichtung festgehalten. Dort gibt es an beiden Tagen über 120 Stunden Musik- und Vereinsprogramm zu erleben. Allein 61 Bands werden beim Stadtfest auftreten. Hier treffen Newcomerbands aus der Region auf bekannte Topacts wie Nico Santos oder Wirtschaftswunder.

Nach dem Fassanstich durch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch am Freitag um 18 Uhr  unterhält das Orchester der Vereinigung der Reutlinger Musikvereine, anschließend treten auf dem Marktplatz die Chöre des Reutlinger Liederkranzes und des Friedrich-List-Gymnasiums auf, gefolgt von einem Cheerleader-Medley und Tänzen aus Griechenland.

Auf der Antenne-1-Bühne auf dem Marktplatz spielt die gleichnamige Band des Radiosenders am Freitag ab 20 Uhr ein unplugged-Konzert. Den Samstag über werden Tanz- und Kampfkunstvorführungen auf der Bühne gezeigt. „The Voice“-Teilnehmer Tom Gregory eröffnet um 20 Uhr den Abend, um 21.40 Uhr folgt Songwriter Nico Santos, ehe die Band Wirtschaftswunder das Stadtfest mit einem musikalischen Ausflug in die Teenagerjahre Deutschlands beschließt.

Der Spitalhof bietet das „Kontrastprogramm für das gesetztere Publikum“, wie Frank Wittel vom Stadtfestkomitee betont. Hier spielen Musikvereine aus der Region Live-Musik von Polka bis Musical-Soundtracks. Volles Rohr heißt es am Freitag mit Musik zum Schunkeln und Feiern aus dem Blech und Holz der Reutlinger Stadtkapelle, der Blasmusik des TSV Sondelfingen und der Jugendkapelle des Musikvereins Degerschlacht. Am Samstag wollen die Blasmusiker aus Sondelfingen, Ohmenhausen, Betzingen und Degerschlacht ab 11 Uhr dem Publikum mit Rock, Pop und Polka so richtig einheizen.

Auf der Jugendbühne am Tübinger Tor laden fetzige, aber auch sanfte Töne zum Feiern ein. Rock, Jazz, Funk, Indie, Pop, Metal und mehr lassen den Funken aufs Publikum überspringt. Die Musikschule und die Kulturwerkstatt Reutlingen präsentieren sich und ihre Bands, Newcomer-Bands aus der Region stellen eigene Songs, aber auch Interpretationen vor.

International präsentiert sich die Albtorplatz-Bühne mit Country, Irish Folk, lateinamerikanischen Klängen und mehr. Am Freitag sind ab 18 Uhr Dukes of Hazard und Pigeons on the Gate zu Gast, am Samstagabend spielen Dominik Uhl, Haage und Café con Leche. Dazu bieten Reutlinger Vereine am Samstag ein abwechslungsreiche Nachmittagsprogramm mit Tanz, Akrobatik und Kampfkunst an.

Auf der Neckar-Alb-Live-Bühne am Kanzleiplatz sorgen am Freitag ab 18 Uhr „Buschläufer“ und die Hardrock-Coverband „NoWay“ aus Sonnenbühl mit etwas härterem Sound für ausgefallene Stimmung. Sunset Point (18 Uhr), Walter Subject (20.30 Uhr) und die Eva Winter Band (23 Uhr) versprechen am Samstagabend Songs, die direkt unter die Haut gehen.

Eine Premiere feiert der „Genussplatz“. Rund um die Marienkirche und am Weibermarkt tischen Gastronomen und Vereine kulinarische Leckerbissen auf. Am Freitagabend steigt ab 19 Uhr eine Schlagerparty mit DJ b-town, am Samstag lädt Andreas Sifredi ebenfalls ab 19 Uhr zu einer Best-Ager-Party ein. „Da wird’s chillig und loungig“, verspricht Tanja Ulmer.

Ebenfalls neu in diesem Jahr ist die Social Wall am Tübinger Tor. Unter dem Hashtag #StadtfestReutlingen kann jeder per Smartphone seinen persönlichen Stadtfest-Moment posten und Grüße vom Fest in die weite Welt verschicken. Die Aufnahme ist nicht nur auf der vier mal zwei Meter großen Videowand zu sehen, sie kann auch in der Tourist Info ausgedruckt und abgeholt werden, wie „Stadtfest-Managerin“ Lara Willmann erläutert.

Für die Kleinen gibt es ein Kinderstadtfest.Beim Kajakfahren im Rathausbrunnen können die Kids erste Erfahrungen mit dem Paddel machen, beim Torwandschießen ihre Treffsicherheit mit fair gehandelten Bällen unter Beweis stellen. Zudem gibt es passend zur WM ein Bastelprogramm und eine Hüpfburg. An der Marienkirche lädt der PSV Reutlingen zum Bogenschießen ein.

Zum sechsten Mal in Folge ist das Stadtfest CO2 neutral. Über Zertifikate im Goldstandard werden werden Wiederaufforstungsmaßnahmen in Entwicklungsländern finanziert. Damit hat Reutlingen das einzige CO2 neutrale Fest in der Region.

Stadtfest: Fassanstich mit OB Barbara Bosch

Offizieller Startschuss für das 21. Reutlinger Stadtfest ist am Freitag, 15. Juni, um 18 Uhr, wenn Oberbürgermeisterin Barbara Bosch den Fassanstich übernimmt. Ausgeschenkt wird aber bereits ab 17 Uhr. Am Samstag, 16. Juni, startet das bunte Programm um 11 Uhr. An beiden Tagen darf bis 1 Uhr in der Früh gefeiert werden.

Das komplette Programm findet sich auf Facebook und unter www.tourismus- reutlingen.de. rab

120

Stunden Musik- und Vereinsprogramm können die Besucher an den beiden Tagen auf den sieben, in der gesamten Innenstadt verteilten Festplätzen miterleben.