Reutlingen "Verwaltung geht zu zögerlich vor"

Reutlingen / SWP 11.04.2015
Die SPD hat dieser Tage ein Antragspaket zur Schulentwicklung entwickelt mit dem Ziel, die Gemeinschaftsschule offensiv auszubauen.

Die im Rahmen der Schulentwicklungsplanung sich anbahnende Erweiterung der Gemeinschaftsschullandschaft in Reutlingen wird von der Reutlinger SPD-Fraktion ausdrücklich begrüßt. "Wir haben durch zögerliches Vorgehen der Verwaltung und sachlich nicht begründete Widerstände im Gemeinderat inzwischen echten Nachholbedarf", macht der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Treutlein die Dringlichkeit der weiteren Beratungen deutlich. "Wir haben inzwischen viele Schülerinnen und Schüler an das Umland verloren. Das haben sich Verwaltung und Rat selber zuzuschreiben."

Die nun anstehenden Beratungen, welche Konsequenzen aus der Schulentwicklungsplanung zu ziehen sind, nutzt die SPD-Fraktion deshalb für eine deutliche Kurskorrektur. "Wir wollen, dass in Reutlingen drei weitere Schulen zur Gemeinschaftsschule weiterentwickelt werden", macht Stadträtin Silke Bayer die Position der Fraktion klar. Bei einem Blick auf die vorliegenden Zahlen ist die SPD-Fraktion zuversichtlich, dass dieses Potenzial in Reutlingen vorhanden ist und damit eine qualitativ hochwertige und dezentrale Bereitstellung von Gemeinschaftsschulkapazitäten sichergestellt ist. "Wir sind uns sicher, dass die dafür notwendigen Investitionskosten so verteilt werden können, dass sie auch in den nächsten Jahren vom städtischen Haushalt getragen werden können", so Helmut Treutlein, der auch darauf verweist, dass gerade für die stark handwerklich und mittelständisch geprägte regionale Wirtschaft gut ausgebildete und motivierte Nachwuchskräfte ein entscheidender Erfolgsfaktor sind.

Darüber hinaus fordert die SPD-Fraktion von der Stadtverwaltung vorausschauende Planungsarbeit. Ulrich Lukaszewitz und Sebastian Weigle verweisen deshalb auf eine Ergänzung zur von der Stadtverwaltung zum Beschluss vorgeschlagenen Vorlage. Darin fordert die SPD-Fraktion, dass die Stadtverwaltung sich gemeinsam mit Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und beruflichen Gymnasien an die Erarbeitung einer gymnasialen Oberstufe für die Gemeinschaftsschule macht. "Wenn die ersten Gemeinschaftsschüler die zehnte Klasse erreicht haben, erwarten sie ein Konzept zum lückenlosen Übergang hin zum Abitur", machen die beiden Stadträte klar. "Hier sind wir in der Verantwortung zu liefern."