Eningen "Schilder sind kein Denkmal"

Das "Denkmal" am Bärenplatz ist der Bär samt Brunnen, nicht der Schilderwald.
Das "Denkmal" am Bärenplatz ist der Bär samt Brunnen, nicht der Schilderwald. © Foto: Angela Steidle
Eningen / ANE 24.01.2015
"Verkehrsschilder sind kein Denkmal", sagt Gemeinderätin Annegret Romer. Eningen setzt die Kunst vor dem Rathaus auf den Sockel.

"Ich hab mich noch nie wirklich gefragt, wozu der Sockel am Rathausvorplatz dient," gestand Bürgermeister Alexander Schweizer dem Technischen Ausschuss in der jüngsten Sitzung. "Er wurde als Trägersockel für Kunstwerke konzipiert", erklärte Grünen-Gemeinderätin Annegret Romer, "ich freue mich total, dass man nach so langer Zeit darauf zurück kommt. Ich bin beim Dorffest von alten Gemeinderäten darauf angesprochen worden." Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Förderverein Eninger Kunstwege e.V. mit einem Antrag an die Verwaltung: Im Rahmen der Entwicklung des Eninger Kunst- und Sinnespfades soll nach und nach die Ortsmitte anspruchsvoller gestaltet werden. Ein Kernstück sei dabei das Areal um Bärenplatz und Rathaus, das im Ortszentrum eine wichtige gestalterische und kommunikative Funktion habe.

Der Granitsockel am Treppenaufgang zum Rathaus soll demnach viertel- oder halbjährlich mit wechselnden Skulpturen bestückt werden: "Damit hätten Künstler aus Eningen und Umgebung Gelegenheit, sich zu präsentieren", schlägt der Förderverein vor. Eine "tolle Idee" und ein Engagement, das Unterstützung verdient, kommentierte Bauamtsleiter Rainer Klett das "grundsätzliche Okay" des Bürgermeisters. Um die Haftungsfrage müsse sich der Verein allerdings selbst kümmern. Klett: "Das ist kein Spielgerät mit Fall-Schutz. Das können wir nicht übernehmen."

Noch keinen Kompromiss gibt es bei der Umgestaltung des Platzes um den Bärenbrunnen. Der Brunnen selbst wurde über eine private Spende gereinigt und konserviert. Blumenschmuck, eine Bank statt des Mülleimers und die Zusammenfassung des Schilderwaldes - das hört sich einfach an. "Dafür gibt es Normen und Vorschriften", erinnerte Bürgermeister Alexander Schweizer. Die Polizei habe sich das bereits angesehen. Wenn der Zebrastreifen nach hinten versetzt würde, eventuell im Zuge des Gemeinde-Entwicklungsplans mit dem neuen Quartier ein Stück weiter unten. . . "Eine zeitnahe Lösung gibt's sicher auch ohne Plan", beharrte FWV-Gemeinderat Gerd Sonntag. "Wir werden in der nächsten Sitzungsrunde einen Vorschlag machen", lenkte die Verwaltung ein.

Die Verwaltung gab bekannt, dass dem Förderverein Eninger Kunstwege e.V. aus der Stiftung der Württembergischen Gemeindeversicherung überraschend 5000 Euro zuteilwerden. Das Geld soll dann für die Stelen am geplanten HAP-Grieshaber-Rundweg verwendet werden.