Region "Kirche verändert sich - ich bin dabei"

Das Plakat zur Kirchenwahl.
Das Plakat zur Kirchenwahl. © Foto: PR
Region / SWP 16.02.2015
Am 15. März finden bei den Katholiken zum elften Mal die Kirchengemeinderatswahlen unter dem Motto "Kirche verändert sich - ich bin dabei" statt.

Im Kreis, der zur Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört, sind 52 000 Katholiken wahlberechtigt. Zu wählen sind rund 280 Kirchengemeinde- und Pastoralräte. Die Suche nach Kandidaten in den 29 Kirchen- und vier muttersprachlichen Gemeinden des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten ist abgeschlossen.

Der Wahlvorschlag muss ein Drittel Bewerber mehr enthalten als Sitze im Kirchengemeinderat (KGR) oder Pastoralrat (PR) der muttersprachlichen Gemeinden zu vergeben sind. Das Motto "Kirche verändert sich - ich bin dabei" weist auf die Herausforderung hin, kirchliches Leben angesichts demografischer, organisatorischer und finanzieller Änderungen mitzugestalten.

Neue Wege sollten beschritten und ausgetretene Pfade verlassen werden. Als zukunftsfähige Beispiele gelten Kooperationen zwischen Kirchengemeinden und anderen Akteuren, profilierte Projekte, thematische Akzente oder Schwerpunkt-Engagement etwa in der Flüchtlingsarbeit.

Wählbar sind die volljährigen Mitglieder. Ein Teil der Gewählten kann auch aus Nachbargemeinden stammen. Zum ersten Mal werden am selben Tag die Pastoralräte der muttersprachlichen Gemeinden - je eine italienische und eine kroatische in Reutlingen und in Metzingen - gewählt.

Vor allem in kleineren Gemeinden gelingt es oft nicht, ausreichend Kandidaten zu gewinnen. Hier können die Wähler vom Wahlvorschlag befreit werden; es können dann auch Personen gewählt weren, die nicht als Kandidat aufgeführt sind.

Kirchengemeinden können eine Briefwahl durchführen, um den Wählern einen einfacheren Weg zu eröffnen, sich an der Wahl zu beteiligen. Immerhin lag die Wahlbeteiligung 2010 mit 19,4 Prozent im Kreis nur wenig unter dem Schnitt von 24,6 Prozent in der Diözese.

Vor fünf Jahren lag das Durchschnittsalter der Gewählten in der Kirchengemeinden des Kreises bei 46,3 Jahren, 42,3 Prozent gehörten erstmals dem Gremium an. Der Anteil der Frauen lag mit 51,2 Prozent über dem Durchschnitt der Diözese mit 50,7 Prozent.

Die Aufgaben des Gremiums sind ebenso vielfältig wie weitreichend. Der KGR unterstützt den Pfarrer nicht nur bei der Verwaltung der Finanzen, bei der Vorbereitung und Durchführung von Kirchenfesten oder bei Bauvorhaben, sondern auch in Fragen der Seelsorge und Katechese sowie dem Gemeindeaufbau insgesamt. Dazu werden Ausschüsse wie Verwaltungs-, Caritas-, Liturgie- oder Jugendausschuss ins Leben gerufen. Schwerpunktthema für kommende Kirchengemeinderäte wird die Überlegung sein, wie Kirche am Ort den Bedürfnissen der Menschen nach Spiritualität und Glauben gerecht werden kann.

Bis Anfang Mai werden sich die neu gewählten Kirchengemeinderäte konstituieren. Die Gewählten verpflichten sich dabei, mit ihren Fähigkeiten zum Aufbau der Gemeinde beizutragen. Die übrigen Kandidaten stehen auf der Nachrückliste, sind darüber hinaus eingeladen, ihre Fähigkeiten und Begabungen bei Ausschüssen, in Arbeitsgruppen oder in einem anderen Bereich der Gemeinde einzubringen.