Auskreisung „Kanonendonner in närrischen Zeiten“

Das Reutlinger Rathaus: Die Stadt reagiert auf die Offensive gegen Auskreisung seitens des Landkreises.
Das Reutlinger Rathaus: Die Stadt reagiert auf die Offensive gegen Auskreisung seitens des Landkreises. © Foto: Archiv
Reutlingen / swp 13.02.2018

Nach der Offensive gegen die Auskreisungspläne seitens des Reutlinger Landrats Thomas Reumann, hat sich nun auch die Stadt zu Wort gemeldet.

Pressesprecher Wolfgang Löffler schreibt: „Mit großer Verwunderung hat die Stadt Reutlingen auf die Zeitungsanzeige von Landrat Thomas Reumann reagiert, in der er altbekannte und bereits widerlegte Argumente gegen die Stadtkreisgründung Reutlingens wiederholt. Befremdlich ist die Art und Weise, wie ein Landrat gegen die Interessen einer noch kreisangehörigen Stadt agitiert. Der Landrat bekämpft den Beschluss des Reutlinger Gemeinderates, der 2015 den Antrag auf Stadtkreisgründung mit großer Mehrheit beschlossen hatte, da die Zugehörigkeit zum Landkreis nachteilig für die Entwicklung der Stadt ist und ihr schadet. Es ist dem Landrat unbenommen, seine davon abweichende Meinung zu äußern, aber bitte mit mehr Respekt  gegenüber einem demokratisch gewählten Gremium der Stadt Reutlingen, das die Bürgerinnen und Bürger Reutlingens repräsentiert.“

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Bisher hat sich der Landkreis weder seriös noch fachlich zum Antrag der Stadt Reutlingen geäußert. Es geht bei der Frage einer Stadtkreisgründung nicht um Leben und Tod, sondern um die Frage, welche die beste Verwaltungsstruktur für die Stadt und den Landkreis ist. Für die Menschen, ob Bürger oder Unternehmer, ob Arbeiter, Angestellte oder Chef, ist nur wichtig, dass der Service unbürokratisch, schnell und zuverlässig ist. Die jetzigen Doppelstrukturen mit dem Landkreis sind ineffektiv und teuer. Sie behindern die Entwicklung der Stadt und sind finanziell und organisatorisch nachteilig. Warum will sich der Landkreis eine Extrawurst braten? Alle Landkreise, auch kleinere, schaffen ihre Aufgaben alleine aus eigener Kraft- sie müssen nicht alimentiert werden von einer Großstadt. Warum soll das der Landkreis Reutlingen nicht schaffen? Die Stadt hat bereits in der Vergangenheit mehrere Kooperationen mit dem Landkreis vereinbart und ist dazu weiterhin bereit. Eine gute Nachbarschaft, die Reutlingen auch mit den Kommunen aus anderen Landkreisen pflegt, ist nicht an die Kreiszugehörigkeit gebunden. Das zeigt die Praxis der Stadtkreise Ulm, Heilbronn oder Pforzheim, die von der Größe her mit Reutlingen vergleichbar sind.

Die Stadt Reutlingen setzt ungeachtet des Kanonendonners in närrischen Zeiten auf eine weiterhin gute Nachbarschaft und garantiert diese auch nach Gründung eines Stadtkreises.“