Es waren berufliche Gründe, die Beck zum Rücktritt veranlasst haben, teilt der Verein mit. "Ich habe in letzter Zeit schon einige mir lieb gewordene Aufgaben abgegeben, sehe aber deutlich, dass ich dem Verein und seinen Einrichtungen nicht so viel Zeit widmen kann, wie ich mir das selber wünsche", begründete er seinen Rücktritt.

Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder des Volksbildungsvereins dieser Tage Eugen Schäufele. Schäufele war bis vor zwei Jahren Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Reutlingen. Mit Schäufele wurde wieder ein ausgewiesener Finanzfachmann an die Spitze gewählt: Becks Vorgänger, Dr. Rainer Märklin, war Vorstandsvorsitzender bei der Volksbank Reutlingen. "Als mich Dr. Ulrich Bausch darauf ansprach, ob ich mir die Nachfolge von Professor Beck vorstellen könnte, habe ich gerne zugesagt", erklärte der neue Vorsitzende.

Schäufele verwies auf die hervorragende Arbeit der VHS Reutlingen und ihrer Einrichtungen unter der Leitung von Bausch, gleichgültig ob im Bereich der allgemeinen und kulturellen Bildung mit einer Vielzahl interessanter Veranstaltungen, in der Musikschule, dem Managementinstitut oder der Reportageschule, und auf vielen weiteren Gebieten. "Ich schätze diese Arbeit sehr und war gerne bereit, mich für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stellen", so Schäufele weiter. Bürgermeister Robert Hahn dankte Beck für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Verein und Stadtverwaltung und verwies in seiner Würdigung auf dessen immer verlässliche Sitzungsführung. Geschäftsführer Bausch hob Becks Engagement hervor und würdigte auf die besondere Fähigkeit des scheidenden Vorsitzenden, Netzwerke zu knüpfen und zu aktivieren.

Über die Geschäfte der einzelnen Einrichtungen des Vereins vom Abendgymnasium bis zur Zeitenspiegel-Reportageschule berichtete Verwaltungsleiter Markus Schmid-Appelrath. Insgesamt kam im Jahr 2014 ein kleiner, aber für anstehende Investitionen nötiger Überschuss von knapp 125 000 Euro heraus. Die dramatische Entwicklung bei den Zuwanderern, die nicht nur Deutsch lernen, sondern zum Teil auch in der lateinischen Schrift alphabetisiert werden müssen, war im vergangenen Jahr noch nicht so spürbar. Auch ohne sie besuchen rund 1000 Menschen Integrationskurse an der Volkshochschule. "Selbstverständlich stellen wir uns dieser großen Herausforderung", kündigte Bausch an: "Natürlich gibt es da erhebliche Probleme. Uns fehlen Unterrichtsräume und qualifizierte Dozenten". Ein Angebot der Volkshochschule, erfahrene Pädagogen fit zu machen in den besonderen didaktischen und kommunikativen Anforderungen des Deutschunterrichts für Flüchtlinge, war gleich mehrfach ausgebucht.

Beim Abendgymnasium hat es zum vergangenen Schuljahr einen personellen Wechsel gegeben: Susanne Schneider-Frey gab nach sechs Jahren Leitung und 25 Jahren Unterrichtstätigkeit den Stab an ihren Nachfolger Stephan Huonker, der seit zehn Jahren am Abendgymnasium unterrichtet, weiter. Im Sommer ist das Abendgymnasium bekanntlich in die Schillerschule in Orschel-Hagen umgezogen.

Bei der Volkshochschule stand das Jahr ganz im Zeichen des Wechsels der Verwaltungssoftware, die zugleich auch die Internetauftritte abbildet. Das Kursangebot wird kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst. Mit "Politik und Popcorn" ist ein neues Veranstaltungsformat für die politische Bildung mit großem Erfolg gestartet. Das neu strukturierte "Aufbaustudium Malerei - Klasse Thomas Nolden" für ambitionierte Laien ist zur "Kunstakademie in der Dorfschule" geworden: Seit vergangenen Herbst wird in der Dorfschule Ohmenhausen gearbeitet. Der Fachbereich Gesundheitsbildung wächst seit Jahren kontinuierlich und ist inzwischen der Bereich mit den meisten Teilnehmenden. Größere Umbauten gab es im Bereich der beruflichen Fortbildung. Bei den Sprachen waren besonders Kurse zur Vorbereitung auf schulische Prüfungen stark nachgefragt.

Neu gestartet ist bei der Musikschule die Geragogik mit dem Titel "u7ü70". Hier erfreut eine Gruppe der Kindestagesstätte in Mittelstadt im gemeinsamen Musizieren Pflegebedürftige der benachbarten Einrichtung für Senioren. Das inklusive Projekt der Musikschule "Musik zum Leben" in Kooperation mit der Peter-Rosegger-Schule hatte erstmals am Festival "Kultur vom Rande" teilgenommen.