Er ist schon mit ganz großen und weltbekannten Musikern aufgetreten: mit Nelly Furtado und Tom Jones, mit Phil Collins, mit Heino und auch mal mit Chris de Burgh. Außerdem liebt der Eninger Schlagzeuglehrer Harald Wester Benefizveranstaltungen: Einige hat er in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt. Sein jüngstes Musik-Erlebnis hat aber ausnahmsweise weder mit alten Musik-Hasen noch mit Benefiz zu tun.

Wester stand am vergangenen Samstag in der Stuttgarter Porsche Arena gemeinsam mit dem deutschen Sänger Pietro Lombardi auf der Bühne. Lombardi war 2011 bekannt geworden: Er hatte damals die achte Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen. „Pietro & Friends“ heißt das Konzertformat, bei dem Lombardi nun Künstler einlädt, die besonders bei jüngeren Menschen ankommen und oft über die Internetplattform Youtube bekannt geworden sind.

Schon im Januar 2018 hatte Wester bei der ersten Auflage von „Pietro & Friends“ gespielt – damals in der ausverkauften Turbinenhalle in Oberhausen. Das Geld wurde damals gespendet. Jetzt, ein Jahr später, war die Porsche-Arena ebenfalls ausverkauft. Rund 5000 zumeist junge Menschen lauschten also unter anderem Youtube-Stars wie Katja Krasavice, Chiara Castelli und den Lochis, Deutsch-Rapper Kay One und Ex-DSDS-Kandidatin Jayla, „Wir haben uns einen Tag vorher getroffen und die meisten Lieder geprobt“, erzählt Wester.

Der Auftritt selbst in der Porsche-Arena sei dann schon „echt ein Erlebnis“ gewesen, sagt der 51-Jährige weiter. Auch wenn er privat eher andere Musik hört: Lindenberg, Jan Delay, Peter Maffay beispielsweise, oder AC/DC, Genesis, Tom Petty, Celine Dion und Keith Urban. Wester stand schon mit vielen, bekannten Musikern auf der Bühne und hat sich schon einige Träume in musikalischer Hinsicht erfüllt. Was er gerne noch erleben würde? „Einmal mit einem Künstler wie Robbie Williams auf Tour gehen.“ Prince und Michael Jackson waren musikalisch gesehen auch riesige Vorbilder für ihn, sagt er. Wenn er auf der Bühne sitzt und Schlagzeug spielt, dann ist es Wester aber eigentlich auch egal, ob er nun ein deutsches Youtube-Sternchen oder einen alten, weltbekannten Rock-Haudegen begleitet. „Die Rhythmen, die man spielt, sind schließlich ähnlich.“

Über Kollegah und den Echo-Skandal


Mit Deutsch-Rapper Kollegah war Harald Wester 2016/17 auf Tour. Schon nach dieser Tour sagte Wester dieser Zeitung: „Manche seiner Texte gehen gar nicht. Andere sind richtig frech, manche sogar philosophisch.“ Im Frühjahr 2018 entbrannte dann ein großer Streit um Kollegah und seinen Rap-Kollegen Farid Bang: Die beiden hatten den Musikpreis Echo erhalten, wurden aber für die Textzeile „Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen“ heftig kritisiert. Schließlich gaben andere Echo-Gewinner ihren Preis zurück, das Event wurde abgeschafft. Was sagt Wester dazu? „Ich kenne Kollegah so weit, dass ich weiß, dass er das mit einem Schmunzeln gerappt hat.“ Über die Konsequenzen habe er wohl nicht nachgedacht. Und was nur wenige wissen: „Die haben sich noch bei der Verleihung für den Text entschuldigt,  das wurde aber nie gesendet.“ kam