Bei kühlem Wetter war am Samstag eine ganze Armada "flotter Feger" auf den Beinen. Mehr als 3400 Teilnehmer sammelten 75 Kubikmeter Müll ein, bilanzierte TBR-Projektleiter Jan-Uli Kilian. Es galt wieder, öffentliche Flächen der Stadt von zivilisatorischen Hinterlassenschaften zu befreien. "Wir wollen durch diese gemeinschaftliche Aktion das Bewusstsein für eine saubere Stadt und Landschaft stärken", hieß es im Vorfeld.

Kinder aus 28 Schulen und Kindergärten hatten schon während der Woche Unrat im Umfeld ihrer Einrichtungen beseitigt. Den Höhepunkt erreichte das Putzfieber am Samstag, als sich in der Kernstadt und den Bezirksgemeinden die Müllsammler aller Generationen ans Aufräumen machten.

Wirtschafts- und Finanzbürgermeister Alexander Kreher eröffnete um 10 Uhr die Stadtputzete am Glashaus der Pomologie. "Wir müssen als Gesellschaft mithelfen, dass es sauber bleibt, die Stadt kann es nicht allein richten", sagte er und dankte allen Teilnehmenden. Und er hatte Zahlen parat: "Bisher haben 40 000 flotte Feger 50 Müllfahrzeuge voll eingesammelt. Heute sind 30 TBR-Mitarbeiter mit 16 Fahrzeugen im Einsatz, die 50 Abfuhrstellen anfahren werden."

Matthias Kuster, stellvertretender TBR-Chef, freute sich, "dass wir Ihnen heute zeigen können, was wir leisten". Unter den Helfern, die rund um Pomologie, Volkspark und Rennwiese für Sauberkeit sorgten, waren Mitglieder der muslimischen Ahmadyyia-Gemeinde und acht Jugend-Gemeinderäte. TBR-Mitarbeiter Dan Welther und Thomas Echtler hatten sie, wie alle anderen, mit Handschuhen, Greifzangen und blauen Säcken ausgestattet.

15 "flotte Feger" sorgten im Sport- und Freizeitpark Markwasen und entlang der Schlattwiesenstraße für Sauberkeit auf Zeit. TBR-Mitarbeiter Andreas Ketterling kümmerte sich um sie. Während er mit seinem sechsjährigen Sohn Max 67 im Gebüsch entsorgte leere Flaschen beseitigte, putzten 20 Jugendfeuerwehrler in Richtung Jungviehweide. Um die Vermüllung zwischen Seestraße und Zelle kümmerte sich das Christliche Zentrum, die türkische Gemeinschaft war in der Tübinger Vorstadt unterwegs. Die ,,Bürgerinitiative gegen die Dietwegtrasse" säuberte den Dietweg, die Jugendfeuerwehr Betzingen spürte in heimischen Gefilden, der Vietnamesische Verein im Efeu Müll auf. Am Georgenberg sorgten Bewohner für Sauberkeit, Reptilien- und Amphibienfreunde "putzten" die alte Bahntrasse.

Stadtputzete-Premiere feierte Malermeister Markus Köbel, der bei der Zufahrt zum Listhof, an zwei Bushaltestellen dort und der Steilböschung hinunter zum Fliegenbach Schwerstarbeit leistete. Sechs Autoreifen "bereicherten" seinen Haufen Müll. Das gute, dennoch erschreckende Ergebnis der 14. Stadtputzete wurde mittags auf dem Hof des TBR-Betriebsgeländes deutlich. Die städtischen Entsorger karrten rund 75 Kubikmeter Müll jeglicher Art an. Derweil stärkten sich die "Feger" mit einem wohlverdienten Vesper und genossen das bunte Rahmenprogramm samt Stadtkapelle.

Die Organisatoren mit Matthias Kuster, Jan-Uli Kilian, Monika Serrancoli und Susanne Zahner-Berger an der Spitze waren "hocherfreut", vor allem über die vielen Kinder, die die Hälfte der Teilnehmer stellten.