Gemeinderat 580 000 Euro teurer als gedacht

Eningen / Gabriele Böhm 19.03.2018

„580 000 Euro ist eine Summe, da haut’s mir schier die Sicherung weg. Man kann kein Geld verbraten, das nicht da ist,“ sagte Gemeinderat Cliff Werz (CDU) über die Mehrkosten der Sanierung der ehemaligen Schillerschule. Einigkeit herrschte im Gemeinderat zunächst über die Dämmung des rund 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Gebäudes, dem neuen „Haus für Betreuung, Bildung und Familie“. Das Denkmalamt schloss eine Außendämmung von vornherein aus. Bei einer Isolierung von innen hatte zur Auswahl gestanden, großflächig rund 80 Prozent zu dämmen oder dies auf Heizkörpernischen und Fensterlaibungen zu beschränken. Die Planungslenkungsgruppe empfahl die zweite, kleinere Variante.

Die Planer hatten ferner festgestellt, dass ein zusätzliches WC-Gebäude im späteren Außenbereich des Kindergartens „aus gestalterischen Erwägungen und vorprogrammierten Nutzungskonflikten“ nicht empfohlen werden könne. Einstimmig wurde verabschiedet, dass der ehemalige Schulhof vollständig der Nutzung durch den Kindergarten vorbehalten bleiben soll und das für öffentliche Veranstaltungen andere Lösungen gefunden werden müssen.

Wegen neuer Erkenntnisse haben sich die Sanierungskosten deutlich erhöht. Für rund 22 000 Euro brutto muss ein neuer Stromnetzanschluss gelegt werden. Weitere Kosten verursachen eine neue Grundleitung, eine neue Bodenplatte im Schwimmbadbereich, neue Dachrinnen, die Sicherheitsbeleuchtung, Brandschutzschalter und Datenanschlüsse. Rund 20 600 Euro entfallen auf die Gründung des geplanten Büchereigebäudes, da der Boden dort aufgefüllte, instabile Bereiche aufweist. Stark sanierungsbedürftig ist die Mauer um den ehemaligen Schulhof. Insgesamt nannte Ortsbaumeister Rainer Klett Mehrkosten von rund 580 000 Euro. Als kleinen Puffer gebe es eine Reserve von 170 000 Euro. Auf den Einwand von Cliff Werz, man hätte im Vorfeld besser kalkulieren müssen, sprach Bürgermeister Alexander Schweizer vom „Fluch der ersten Zahlen“.

Man könne bei den frühen Kalkulationen den tatsächlichen Bedarf noch nicht absehen. Zudem sei in den letzten Jahren nur wenig Geld in das Gebäude der Schillerschule investiert worden. Erst jetzt, so auch Klett, könnten sich die Fachplaner mit den Details befassen. „Bei so einem alten Gebäude ist die Kostenplanung immer schwierig“, sagte Uwe Moßig (GAL). „Wenn man Qualität will, muss man jetzt investieren“, stimmte Rebecca Hummel (SPD) zu. Einstimmig wurde beschlossen, die fehlenden Mittel im Haushalt 2019 anzumelden.

Mit der Fertigstellung des Gebäudes, für das noch ein weniger sperriger Name gesucht wird, wird Ende 2019 gerechnet. Für die ehemalige Schule sollen neben der Gemeinde auch die Tagesmütter e.V.  und der Verein Glückskäfer e.V. als Träger fungieren.

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