Reutlingen 50 Prozent Umsatzplus als Ziel

Benjamin Rother, Geschäftsführer Andreas Mittermüller, Michael Windmaier und Joao Inacio (von links) präsentierten die neue Maschinenreihe.
Benjamin Rother, Geschäftsführer Andreas Mittermüller, Michael Windmaier und Joao Inacio (von links) präsentierten die neue Maschinenreihe. © Foto: Jürgen Spieß
Reutlingen / JÜRGEN SPIESS 26.09.2015
Fräsen, bohren, drehen - alles in einem Bearbeitungszentrum: Bei einem Pressegespräch stellte der Werkzeugmaschinenbauer Burkhardt+Weber seine auf Multitasking ausgerichtete neue Baureihe MCT 900 vor.

Inzwischen weiß es jeder: Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Steigender Kostendruck verlangt neue Lösungen, auch die Anforderungen an Leistungs- und Innovationskraft sowie hohe Flexibilität nehmen zu. Höhere Ansprüche bei der Produktpalette und die Einführung neuer Technologien bestimmen zukünftig das Geschehen, gerade auch in der Werkzeugmaschinenbau-Branche.

Die Reutlinger Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH (B+W) ist ein Unternehmen im Werkzeugmaschinenbau mit derzeit 250 Mitarbeitern, einer Exportquote von rund 65 Prozent und einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro im Jahr. Gegründet wurde das Unternehmen 1888 von Louis Burkhardt und Johannes Weber, damals noch Hersteller von Stickflinten sowie Textil- und Kleinwerkzeugmaschinen. Heute sind flexible Fertigungssysteme, Kompaktmagazine für Werkzeuge und Bearbeitungszentren Kernstücke der Produktion. 2012 verkaufte der langjährige italienische Eigner Riello B+W an den größten lateinamerikanischen Maschinenbauhersteller, die brasilianische Industrias Romi S.A.

Bei der neu entwickelten MCT-Baureihe (MCT steht für "Machining Centre Turning") handelt es sich um eine vollwertige Drehmaschine, die ganz neue Anwendungsmöglichkeiten bietet: So kann sie Fräsen, Bohren und Drehen in einem einzigen Bearbeitungsvorgang abwickeln. Die Maschine, deren Entwicklung zwei Millionen Euro gekostet hat, bietet laut Geschäftsführer Andreas Mittermüller "die Möglichkeit des integrierten Horizontal- und Vertikaldrehens", das einen zusätzlichen Drehmaschineneinsatz ersetzt. Weitere Vorteile: Sie gewährleistet eine extreme Genauigkeit und umfassende Zerspannung mit hoher Leistungsdichte und ausgefeilter Drehtechnologie, "die Tischdrehzahlen bis zu 600 U/min. im Horizontal-, Vertikal- und Konturdrehen abdecken", so Benjamin Rother, der maßgeblich an der Entwicklung beteiligte stellvertretende Leiter der Elektrokonstruktion.

Der Konzernverbund verspricht sich von der neuen Baureihe ein nachhaltiges Umsatzwachstum: "Wir haben durch die neue Maschine weniger Wettbewerbsdruck und erwarten in den nächsten fünf Jahren eine Umsatzsteigerung von bis zu 50 Prozent", erläutert Mittermüller.

Drei der hochkomplexen MCT-Maschinen sind bereits verkauft und bis in fünf Jahren erwartet der Geschäftsführer 35 weitere an den Kunden zu bringen. Bis dahin soll auch die neu geplante Montagehalle stehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel