Ein breites Bündnis von DGB-Kreisverband, IG-Metall RT-TÜ, Verdi-Bezirk, Asylpfarramt, AI, Asylcafé, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Linke Liste, Integrationsrat, JGR, Zelle, franz.K,, Ridaf, Türkischer Kultur- und Integrationsverein, Naturtheater, Netzwerk Kultur, Linksjugend, unabhängige Reutlinger Frauengruppe und Arbeiterwohlfahrt hatte zur Kundgebung am Freitagabend aufgerufen. Insgesamt kamen neun Redner zu Wort.

Das Reutlinger Bündnis wolle ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte setzen, hatte der DGB-Kreisvorsitzende Harry Mischke die Kundgebung eingeleitet. Anschließend bezeichnete Thomas Poreski das Programm der AFD, aus dem er Passagen zitierte, nichts anderes als „eine krude Mischung aus politischen Dummheiten und Verschwörungstheorien“. Die AFD sei eine rechtsextremistische, die Demokratie ablehnende Organisation“, sagte der Landtagsabgeordnete der Grünen – eine Einschätzung, die auch von anderen Rednern geteilt wurde.

Wenn die AFD sage, sie sei die Partei der kleinen Leute, dann müssten wir aufpassen. Das hat es schon einmal gegeben“, erinnerte Ernst Blinzinger an den Aufstieg der NSdAP. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall gab sich kämpferisch : „Wir geben den Rechten keinen Fußbreit her in Reutlingen. Dieses Pack brauchen wir hier nicht“. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Boris Niclas-Tölle bezeichnete die AFD als „nicht dialogfähig“ und belegte dies mit Passagen aus dem Parteiprogramm und Äußerungen ihrer Funktionäre: „Die rote Linie ist überschritten, wenn zu Mord und Vergewaltigung aufgerufen wird“, sagte Niclas-Tölle. Reutlingen sei eine Stadt, in der Hetze und Rassismus keinen Platz hätten, sagte Martin Gross. Mitten in der Rede des Verdi-Bezirksgeschäftsführer löste sich plötzlich eine gut 30 Personen zählende Antifa-Gruppe aus den Kundgebungsteilnehmer und zog Richtung Spitalhof, wurde aber dort am Eingang von der Polizei zurückgedrängt. Dabei wurde eine Frau durch Pfefferspray verletzt.

Wie Reutlingens Ordnungsamtsleiter Albert Keppler gegen 19.45 Uhr sagte, konnten einzelne Personen nur unter Beschimpfungen in den Spitalhof gelangen. Der Eingang an der Metzgerstraße war durch ein Fahrradschloss verschlossen worden. Und Tonne-Besucher wurden über den Notausgang hereingelassen.