Lichtenstein 34 Jahre ein Helfer im kühlen Nass

Hat die Geschichte der DLRG in Lichtenstein stets abrufbar: Klaus Dieter Höhne nimmt heute Abschied als Vorsitzender der Lebensretter. Foto: Herdin
Hat die Geschichte der DLRG in Lichtenstein stets abrufbar: Klaus Dieter Höhne nimmt heute Abschied als Vorsitzender der Lebensretter. Foto: Herdin
JÜRGEN HERDIN 09.03.2012
Ein Umbruch steht heute Abend der DLRG bevor. Die Rettungsschwimmer aus Lichtenstein bauen ihren Vorstand komplett um. Außerdem verlässt sie nach 34 Jahren ihr Vorsitzender Klaus Dieter Höhne.

Der 67-jährige Klaus Dieter Höhne ist davon überzeugt, dass er gut loslassen kann, nach 34 Jahren als Vorsitzender. Bereits vor mehr als einem Jahr kündigte er in der Hauptversammlung an, dass die Führung der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft in Lichtenstein in jüngere Hände gehöre, genügend qualifizierte Leute gebe es ja, so Höhne. Und auch weil es am Freitag zu einem kompletten Umbau des Vorstands kommen wird, ist Höhne froh, "dass sich schon recht früh eine Findungskommission zusammengefunden hat".

So ganz genau weiß es Klaus Dieter Höhne, der 2003 die Landesehrennadel erhielt, überhaupt nicht mehr, wann er selbst das Schwimmen gelernt hat. "Auf jeden Fall so im Alter zwischen sechs und acht Jahren", erinnert er sich. Und es war im damaligen Freibad in Unterhausen, das 1970 abgebrochen wurde. Dort stehen heute Lichtenstein- und Ernst-Braun-Halle.

"Für uns Buben war das Freibad damals im Sommer die zweite Heimat", erinnert er sich an eine Zeit, "in der wir bei jedem Wetter dort waren." Das Schwimmen haben sich die Buben und Mädchen untereinander beigebracht, wobei es durchaus auch Tipps des Schwimmmeisters gab. Und der damalige Bademeister Fritz Schüle ist bis heute das einzige Ehrenmitglied der DLRG Lichtenstein. "Das Freischwimmerabzeichen bekamen wir damals für eine Viertelstunde im Kreis herumschwimmen", weiß Höhne - und lächelt. Nach 1970 hieß es für die Wasserratten dann, nach Honau ins dortige Freibad zu fahren. Später kam ja dann - integriert in der Lichtensteinhalle - das neue Hallenbad.

Und mit der Gründung der DLRG-Ortsgruppe 1969 kam natürlich sehr viel Neues auf die jungen Leute zu. Nichtschwimmer wurden zu Schwimmern - und die Schwimmer wurden zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Hinzu kam freilich die regelmäßige Teilnahme an Vergleichswettkämpfen im gesamten Bundesgebiet und auch im benachbarten Ausland, in Österreich und in Liechtenstein.

Die DLRG-Ortsgruppe Lichtenstein - vor der Gemeindereform noch "Unterhausen" - hatte zeitweilig über 350 Mitglieder. Und zum Jahreswechsel 2011/12 waren es exakt 300. Davon sind bis zu 100 wöchentlich aktiv bei den Übungsabenden. Ganz wichtig war und ist für Höhne, "dass wir ein gutes Team sind, in dem die delegierten Aufgaben stets gut ausgeführt werden, man sich auf die Leute immer verlassen kann".

Rückenprobleme waren es übrigens, die den gelernten Kaufmann Klaus Dieter Höhne einst zur DLRG brachten. Das war 1972. Und weil er sich auf jeden Fall auch in die Organisation einbringen wollte, gemäß seines Wahlspruchs "net schwätza, schaffa" - verließ er seine erste Versammlung als Schriftführer und Pressewart. Im Jahr 1978 wurde er Vorsitzender des Ortsvereins und engagierte sich auch auf Bezirksebene für die DLRG.

Seit Bestehen der DLRG im oberen Echaztal erlernten laut Statistik über 2500 Kinder das Schwimmen, etwa 2400 Schwimmprüfungen wurden abgenommen und mehr als 600 Schwimmer zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Dazu kommen die Wettkämpfe, das Training und auch zahlreiche Ausflüge.

Der Weiteste führte nach Voreppe, der Partnerstadt Lichtensteins in Frankreich, nahe Grenoble. Ein bisschen stolz ist Höhne natürlich schon, "dass wir vom DLRG schon einen Monat früher als die Gemeinde dort eine Partnerschaft geschlossen haben - mit den dortigen Schwimmern".

Das war der bislang weiteste Ausflug der DLRG Lichtenstein. Der schönste war für Klaus Dieter Höhne der Ausflug nach Pfäffikon ins Alpamare am Zürichsee, aber auch der Trip mit 110 DLRG-Leuten aus Lichtenstein nach Titisee-Neustadt ins riesige Badeparadies ist ihm gut in Erinnerung. Und da waren freilich keine Rettungsübungen angesagt, sondern der pure Spaß.