Pfullingen 30 reservierte Parkplätze: Da rührt sich Widerstand

30 reservierte Parkplätze an der Burgstraße sorgen bei einigen Anwohnern für Unmut.
30 reservierte Parkplätze an der Burgstraße sorgen bei einigen Anwohnern für Unmut. © Foto: Evelyn Rupprecht
Pfullingen / EVELYN RUPPRECHT 15.09.2015
30 Parkplätze sind seit kurzem in der Burgstraße für die Mitarbeiter der Firma Bosch reserviert. Das sorgt bei einigen Anwohnern für Unmut - schließlich geht's in dem Gebiet eh schon eng her.

So positiv der erste Spatenstich am vergangenen Freitag aus städtebaulicher Sicht gewesen sein mag - die Schöller Firmengruppe plant an der Kaiserstraße 21 Wohnungen -, so negativ sehen einige Anwohner der umliegenden Straßen die Tatsache, dass damit auch ein relativ großer Parkplatz wegfällt. Denn die Neubauten kommen genau auf die Fläche auf dem Blessing-Areal, auf der bislang die Mitarbeiter der Firma Bosch ihre Fahrzeuge abgestellt haben. Gut 30 Autos hatten hier Platz. Und für die musste die Blessing GmbH & Co. KG, die einen Teil ihrer Gebäude an den Automobilzulieferer vermietet hat, eine Ersatzfläche suchen.

Gefunden hat Blessing die Alternativ-Parkplätze mit Hilfe der Stadt. Letztere hat entlang der Burgstraße 30 bisher öffentliche Abstellmöglichkeiten für Bosch-Mitarbeiter ausgewiesen - und tut das auch via Beschilderung kund. Exakt diese Parkplätze fallen damit allerdings für die Anwohner weg - zumindest von montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 19 Uhr.

Das freilich hat schon einige Pfullinger auf den Plan gerufen. "Das Ordnungsamt und der Bürgermeister erhielten bereits zahlreiche Einwände und Forderungen, die Schilder wieder abzuhängen, bisher leider ohne Erfolg", so Wolfgang Haußer, der weiter erklärt: "Die Anwohner geben sich damit jedoch nicht zufrieden, es rührt sich weiterer Widerstand."

Haußer ärgert auch, dass die Stadt die Flächen für Bosch ausgewiesen habe, ohne die Bürger vorher zu informieren. Schon bisher sei es immer wieder vorgekommen, dass Ausfahrten zugeparkt gewesen seien - die Situation, so Haußer, habe sich nun verschärft.

Ordnungsamtsleiter Manfred Wolf kann nachvollziehen, dass Menschen verärgert sind, wenn man ihnen bisher öffentliche Parkplätze entzieht. "Ich verstehe die Leute", sagt er. Andererseits sei Blessing vertraglich verpflichtet, der Firma Bosch Parkflächen zur Verfügung zu stellen. "Und es ist im Interesse der Stadt, die Firma und die Arbeitsplätze hier zu halten".

Also habe man die Flächen an der Burgstraße per Sondernutzungssatzung für Bosch ausgewiesen. Was allerdings auch für den Vermieter Folgen hat. Denn die Firma Blessing muss jetzt monatlich 20 Euro pro Parkplatz an die Stadt überweisen. Macht 600 Euro Mehreinnahmen auf Pfullinger Seite für öffentliche Parkflächen, die bislang kostenlos zur Verfügung standen. Allerdings, erklärt Wolf, schreibe die Satzung auch vor, dass für Sondernutzungsrechte Geld verlangt werden müsse. Ähnlich sehe es übrigens auch rund um die DEZ-Baustelle in der Stadtmitte aus. Und auch die Anwohner der Friedrich- und der Strohweilerstraße - dort wird derzeit ein Regenüberlaufbecken gebaut - hätten unter Einschränkungen in Sachen Parkraum zu leiden.

Der Ordnungsamtsleiter verweist aber auch darauf, dass niemand Anspruch auf kostenlose Parkflächen im öffentliche Raum habe. Und für die Anwohner des Blessing-Areals hat er noch ein kleines Trostpflaster. Denn die Sondernutzung ist zeitlich begrenzt auf zwei Jahre. So lange hat sich Bosch wohl noch an der Kaiserstraße eingemietet.

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