Die ganze Stadt schien auf den Beinen zu sein, die Schlangen vor der großen Küche wollten kein Ende nehmen. Ob Geräteschau, Einsatzübungen oder Krustenbraten mit Spätzle und Krautsalat: Die Freiwillige Feuerwehr hatte gestern jede Menge zu tun, weit über 100 Helfer hatte sie aufgeboten. Die Floriansjünger sorgten für besonders viele Attraktionen, vor allem für Kinder. Die sollen künftig den Nachwuchs stellen. Umso mehr gilt es, sie zu begeistern. Dabei ist die Pfullinger Wehr um ihren Kommandanten Dietmar Rall und seinen Vize Volker Hecht in Sachen Jugend bereits sehr gut aufgestellt, gehört zu den personell stärksten im Landkreis.

Die Schauübungen hatten es in sich. Nicht ganz schwindelfreien Besuchern ging ein Schauer über den Rücken, als sie die Höhenrettung beobachteten. Informationen rund um Brandschutz und Brandverhütung standen auf dem Programm.

Viel ist passiert in den vergangenen 25 Jahren, sowohl baulich, als auch in der technischen Entwicklung der Feuerwehr. Der Hochwasserschutz des an der Echaz gelegenen Gebäudekomplexes musste auch verbessert werden. Die Jugendfeuerwehr und die Altersabteilung nutzen das Haus nicht nur, sie pflegen es auch, als wäre es ihr eigenes Heim, sind auch bei Ausbesserungsarbeiten mit von der Partie.

Neue Einsatzbereiche und Herausforderungen sind im Laufe dieses Vierteljahrhunderts dazugekommen, andere haben sich verändert. „Vieles musste weiterentwickelt oder angepasst werden“, weiß Dietmar Rall. Er ist sehr zufrieden mit der hohen Frequenz, mit der seine Leute an Fortbildungen teilnehmen.

Professionalität und akkurates  Vorgehen sind unverzichtbar, wenn es im Ernstfall darum geht, Menschenleben zu retten. Abenteurer sind da fehl am Platz. Rall brachte es in seiner Anmoderation zur ersten Übung auf den Punkt: Wenn der Männergesangverein  Eintracht je einmal falsch singen sollte, „dann tut das lediglich in den Ohren weh“, so Rall. Feuerwehrleute indes dürfen sich keine Fehler erlauben.

Vor allem war die Technik der Hingucker. Dort, wo man sonst niemals Hand anlegen darf, konnten Junge und  Alte die Einsatzfahrzeuge  nach Herzenslust begutachten und alles anfassen. Und es gab eine klare Arbeitstrennung. Eine Gruppe Feuerwehrleute informierte über High-Tech in den Autos, die anderen schwitzte an den Bratpfannen in der Küche – nicht zu vergessen die vielen Ehefrauen und Partnerinnen, die dort ebenfalls im Dauereinsatz waren.