Reutlingen / Kathrin Kammerer  Uhr

Ein junges Haus, ein neues Publikum, ein frischer Name: Ariba – klingt assoziativ, klingt nach aufwärts, vorwärts.“ Gestern vor genau 20 Jahren hatte der damalige Oberbürgermeister Stefan Schultes mit salbungsvollen Worten das Jugendhaus Ariba in der Heinestraße eingeweiht. Jung und frisch geht es im Ariba auch zwei Jahrzehnte später noch zu.

Das Gebäude hat schon viel erlebt: „Es war nicht einfach, aus einer trostlosen Kaserne ein Jugendhaus zu machen“, hatte der Architekt Johannes Manderscheid ebenfalls bei der Einweihung im Juni 1999 betont. Die Kinder und Jugendlichen, die das Ariba heute besuchen, waren damals bis auf wenige Ausnahmen noch gar nicht auf der Welt. Pädagogisch sei man auf 14- bis 18-Jährige ausgelegt, erklärt Thomas Prinz. Der 47-Jährige leitet das Haus seit 1. Januar 2017. „Aber wir haben auch eine große Gruppe von 10- bis 13-Jährigen hier.“ Dass man sich auch um diese nun bedarfsgerecht kümmern kann – dafür soll in Zukunft das „Kids Konzept“ sorgen, welches unter anderem eine Aufstockung des Personals mit sich bringt.

Gelb, orange und blau sind die Farben des Jugendhauses

Prinz und sein Vorgänger Jürgen „James“ Kimmich tragen an diesem Festtag beide ein orangefarbenes Shirt. Nicht aus einer modisch ähnlichen Gesinnung heraus – nein, orange, gelb und blau sind vielmehr seit jeher die Farben des Jugendhauses. So ist der Eingangsbereich gestrichen, so sind die Bänke bemalt, diese Farben tragen die Ariba-Jugendlichen auf den alten Zeitungsfotos, die an der Wand hängen und auf denen sie bei Tanzwettbewerben zu sehen sind. Und diese Farben haben selbstverständlich auch die Früchte auf der Geburtstagstorte, die der Vorstand der Stiftung Jugendwerk, Uwe Weber, und die beiden Gemeinderätinnen und Mitglieder des Stiftungsrates, Annette Leininger und Karin Vollforth, gemeinsam anschneiden.

Ein besonderes Dankeschön geht an Hannelore „Hanne“ Höft vom Jugendhaus-Team, die laut Jugendhausleiter Prinz „so lange schon hier ist, wie das Ariba steht“. Wer etwas im Ariba verlege, der müsse sich nicht sorgen, so Prinz: „Dann heißt es nur – warte bis Hanne kommt, die findet es.“ Die Jugendlichen haben im Jugendhaus eine große Auswahl aus Freizeitbeschäftigungen: Trampolinspringen oder Basketball spielen? Tischkicker zocken oder an die Billardplatte gehen? Fernsehen oder reden, essen oder kochen? Sogar einen Fitnessraum gibt es hier.

„eSports-Arena“ besonders beliebt bei den Jugendlichen

Über die neuste Errungenschaft, die „eSports-Arena“, freuen sich die Jugendlichen fast am meisten (zumindest wenn man den beschrifteten Girlanden glaubt, die zum Jubiläum an die Wand geheftet wurden). Was sie am Ariba am meisten mögen und mit was sie ihren Treff verbinden, sollten sie darauf verewigen. Einer hält es kurz und prägnant: „Keine Langeweile, PS4, PS3, Basketball, Fußball“. Ebenfalls ein Fan von Computerspielen erklärt das Jugendhaus glatt zum „eSportzentrum von Reutlingen“. Andere lieben den „Ort zum Entspannen“, den Ort, an dem sie sich „mit Freunden amüsieren“ können und an dem „ich ich sein kann“.

Neben den Girlanden hängt ein Geburtstagskalender. Neben vielen Kindernamen steht auch das Jugendhaus selbst drin. In den frühen 1990er-Jahren hatte der Ringelbach über 10 000 Einwohner, rekapitulierte Uwe Weber: „Eigentlich war es da schon Zeit für ein Jugendhaus.“ Als das Projekt dann schließlich Fahrt aufgenommen hatte, lief aber alles ganz schnell. „So schnell – das würde man sich bei manch’ einem Bauprojekt heute ja wünschen“, befand der Vorsitzende der Stiftung mit einem Augenzwinkern.

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Von der Kaserne zum Jugendtreff

Auf den Tag genau 20 Jahre war es gestern her, dass das Jugendhaus Ariba im Stadtteil Ringelbach eröffnet wurde. Nachdem sich die Franzosen seit 1991 Stück für Stück aus der Achalmstadt zurückgezogen hatten, hatte man recht schnell eine neue Verwendung für das Kasernengelände gefunden. Schon in den ersten Leitlinien zur Jugendarbeit aus dem Jahr 1996 kam die Idee auf, ein offenes Jugendangebot im Ringelbach zu etablieren. Ein Jahr später, 1997, machte der Gemeinderat den Weg frei für ein Jugendhaus in der Heinestraße, obwohl es damals noch nicht mal einen Bebauungsplan gab. Zwei Jahre später wurde schließlich die Eröffnung gefeiert.

Die Jugendarbeit hat sich in den vergangenen 20 Jahren stetig gewandelt, so wie sich eben auch die Interessen und Hobbys der Jugendlichen in den vergangenen 20 Jahren geändert haben. Stetig gewachsen ist die Kooperation des Ariba mit den Schulen.

Seit Jahren sind beispielsweise Seminare zur Berufsfindung ein fester Bestandteil im Jugendhaus: In Kooperation mit den 8. und 9. Klassen der Eduard-Spranger-Schule und der St. Wolfgang Schule bekommen Schüler Tipps, wie sie sich im Bewerbungsverfahren gut präsentieren können. Seit Ende 2018 gibt es im Jugendhaus sogar eine eSports-Arena. kam